Seemotive :

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Colon
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Taiaroa, Neuseeland
Latvija
Liepajas Baka, Lettland

Leuchttürme auf Briefmarken !


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Vermutlich waren es Frauen, die auf einer Klippe ein Feuer entzündeten dessen flackernder Schein die heimkehrenden Boote in den sicheren Hafen leiten sollte.
Dann graute der Morgen und die Boote waren nicht heimgekehrt. Und so brannte in der folgenden Nacht wieder ein Feuer. So hat es wohl begonnen.
Erst ab 800 vor Ztr. gingen an den Küsten rund um das Mittelmeer ganz allmählich die Lichter an. Der Bau der ersten festen Seezeichen begann mit Steintürmen und hohen Stangen.
Verfeuert wurde bevorzugt Holz das kräftig rauchte, so daß es tagsüber auch zu sehen war.


Im Jahre 283 vor Zt. wurde vor Alexandria auf der Insel Pharos ein Leuchtturm mit einer Höhe von ca. 130m in 17jähriger Arbeit errichtet, Marke rechts.
Es ist der erste nachgewiesene Leuchtturm den wir kennen und er gehört zu den sieben Weltwundern.
300 Sklaven versorgten den Turm mit einem Holzfeuer. Fast 1000 Jahre funktionierte er einwandfrei bis er im Jahre 700 nach Ztr. teilweise von einem Erdbeben zerstört wurde.
Ein weiteres Beben 1307 verwandelte ihn in eine Ruine. Dieser Turm gab der Leuchtturmkunde ihren Namen: 'Pharologie'.
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Der Koloß von Rhodos war ein riesiges Standbild des griechischen Sonnengottes Helios. Er hatte eine Höhe von 31m. Die bronzene Skulptur stand etwa 60 Jahre am Eingang des Hafens von Rhodos. Dann stürzte sie bei einem Erdbeben zu Boden. Dies war um 224 vor Ztr. Die rechte Hand hielt ein Feuerbecken. Er gehört ebenfalls zu den sieben Weltwundern.


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Auch das römische Weltreich hatte Interesse daran, ihren Kapitänen den sichren Weg zu ihren Kolonien zu zeigen. Es wurde immer heller rund um die Schiffahrtswege. Die Leuchtfeuer der Antike waren ca. ein bis drei Seemeilen (2 bis 5km) zu sehen.
Auf der Marke links sehen wir einen antiken Turm von Ostia, der Hafenstadt von Rom.
Gegen 500 nach Ztr. wurde es wieder dunkler. Die Wikinger überzogen plündernd die Küsten.


Den Neuanfang wagten einige Mönche im 12. Jahrhundert. Es entstanden Feuer für die von den Schiffen im nächsten Hafen ein Wegezoll kassiert wurde. Es enstanden aber auch Leuchtfeuer in böser, räuberischer Absicht. Schiffe, die sich nach ihrem Licht richteten, strandeten und wurden Beute von Strandräubern. Dabei wurden die Schiffbrüchigen meist getötet. Auf dieser Bahamas Marke ist der Segler direkt vor dem Feuer aufgelaufen (wrecking in the 1800's).
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lighthouse 4 Die optische Linse, seit 1300 bekannt, wurde damals noch nicht für die Leuchtfeuer eingesetzt.Für die Befeuerung nahm man Holz, Kerzen, Öllampen und auch Steinkohlen. Die Tragweite dieser Feuer betrug 2-3 Seemeilen.
Auf der Insel Wight wurde schon 1323 eine Laterne mit Glasfenstern als Windschutz für die Kerzen genutzt. Die Bauten mit offenem Feuer wurden Blüsen genannt. Bei denen wurde oft Kohle eingesetzt.
Auf der finnischen Marke sehen wir den Leuchtturm Utö. 1753 erbaut, hatte er zwei Feuer. Oben in der Spitze ein Ölfeuer und an der Seite einen Korb mit einem Kohlefeuer. Dieser Turm war auch Lotsenstation.
Seit ca. 1500 entstanden im skandinavischen Raum die Wippfeuer, siehe obigen Marken. Bei ihnen konnte der Mast auf- und niedergelegt werden.


old lighthouse Feuerblüsen oder Blüsen sind die Vorläufer der heutigen Leuchttürme.
Sie wurden in Deutschland bis Ende des 19. Jahrhunderts an den Küsten der Nord- und Ostsee errichtet. Abgebildet ist die Neuwerker Feuerblüse, die von 1644 bis 1814 in Betrieb war.
Die Befeuerung erfolgt mit einem offenen Feuer aus Holz oder Kohle, meistens in einem Rost oder Eisenkorb auf einem massiven Bau oder einem Holzgerüst.
Feuerblüsen erreichten eine Tragweite von drei bis acht Seemeilen.
Die Blüsen waren stark vom Wetter abhängig. Bei starkem Sturm wurde die Flamme heruntergedrückt, bei normalem Wind brannte das Feuer zu schnell herunter und bei Windstille erzeugten sie Qualm.


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Auf dieser Marke sehen wir den Eddystone Leuchtturm,der insgesamt dreimal aufgebaut wurde. Zu Beginn, im Jahre 1709, setzte sich sein Feuer aus einem ganzen Satz von Kerzen zusammen. Auch auf anderen Feuern hatte man schon begonnen die Reichweite zu erhöhen. Am Bosporus brannten 20 Öllampen in einem Feuer, in England enstanden Doppelfeuer und man richtete polierte Becken ein vor denen man die Kerzen aufstellte.
In Liverpool wurde 1763 ein Hohlspiegel eingesetzt. Der Schritt zum Parabolspiegel folgte kurz danach. So konnte man die Sichtweiten auf ca. 5-8 sm steigern.
Schon 1768 wurde in Schweden der erste Drehapparat erfolgreich getestet. Damit war man in der Lage Blinkfeuer zu erzeugen. Es folgten in rascher Folge immer wieder Verbesserungen. Der Schweizer Argand erfand eine Lampe mit einem hohlen Docht. Die dadurch strömende Luft verbesserte die Verbrennung des Öls. Diese Lampe war jahrelang der Standard, siehe die Darstellung auf dem griechischen Block.


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Auf diesen Marken sehen wir die unterschiedlichsten Befeuerungsarten des Leuchtturms von Alderney. Von links: ein Kohlenfeuer von 1725, eine Öllaterne von 1779, die Argand Lampe von 1790 (Öllampe mit Tank und Blechzylinder über der Flamme), ein drehbares Licht von 1818 und Elektrifizierung von 1952.


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Der entscheidende Durchbruch gelang dem französischen Physiker Fresnel. Er konstruierte einen Linsenkörper, deren Prismen die Lichtstrahlen so ablenkten, daß sie parallel zur Horizontalachse gebündelt wurden, Stempel in der Mitte.
So konnte die Lichtausbeute von 20 auf 80 Prozent gesteigert werden! Zwischen 1830 und 1840 erreichte man mit den Fresnelschen Apparaten Tragweiten von 28 Seemeilen.


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Seit 1858 wird die Elektrizität mit der Glühlampe eingesetzt.
Dann setzte die Automation ein. Das schwedische Gasfeten Leuchtfeuer, auf der Marke rechts zu sehen, brannte 1906 sechs Monate lang automatisch ohne Ausfall. Und heute werden fast alle Leuchttürme automatisch betrieben. Der Beruf des Leuchtturmwärters ist ausgestorben.
Heute wird der Leuchtturm von Tallinn mit Kernenergie betrieben. Einige Türme beziehen ihre Energie aus Sonnenkollektoren. Und man experimentiert mit Laserlicht. Es wird bei Nebel wesentlich weniger abgeschwächt als herkömmlich erzeugtes Licht.


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Im Mittelalter wurden die Leuchttürme meist aus Steinen und/oder Eisen gebaut. Als Beispiel dazu sehen wir hier das Mauerwerk mit Felssteinen beim Turm von Louisbourg. Er war der erste Leuchtturm Canada's, hatte eine Höhe von 21m und wurde 1734 fertiggestellt.
Auf der US-Marke sehen wir Cape Hatteras Lighthouse, zuerst erbaut 1803. Der heutige Turm wurde 1870 mit Ziegelsteinen gebaut und er musste immer wieder restauriert werden. Typisch sind für ihn die seltenen schrägen Streifen.
Auf der Marke von Nevis sehen wir die Stahlkonstruktions des Turms von St.Christopher. Diese Gitterform wird auch Skelettform genannt.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzte sich der Beton beim Leuchtturmbau durch.


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Auch die Funktion der Leuchttürme hat sich weiterentwickelt. Sie dienen nicht nur Nachts als sichtbares Feuer sondern auch tagsüber als Seezeichen zur Kennzeichnung der Schiffahrtswege.
Sie sind mit Sirenen und Nebelhörnern ausgerüstet um bei schlechter Sicht Schallsignale zu erzeugen. Auf ihnen befinden sich Funkfeuer für die Funkpeiler, für Decca oder Loran Navigation. Sie werden als Wetterstationen genutzt. Auf einigen sind Radaranlagen stationiert.
Andere haben bzw. hatten Anzeiger über Windstärken und Windrichtung. Sie wurden sogar zur 12:00 Uhr Zeitanzeige benutzt. Und einige von ihnen dienen auch als Lotsen- und Rettungsstationen.
Auf der Marke rechts sehen wir den berühmten Fastnet Rock vor der irischen Küste.
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Wir unterscheiden bei den Leuchtfeuern nach Festfeuer (konstant hell), nach unterbrochenem Feuer (Lichtschein länger als Verdunkelungen), einem Blink- (Lichtschein kürzer als Verdunkelungen ), einem Blitz- (Lichtschein kleiner als 2 Sekunden) und einem Funkelfeuer( mehrere Blitze dicht aufeinanderfolgend).
Ebenfalls wird nach der Aufgabe unterschieden. Da kennen wir Richtfeuer bei denen zwei Feuer untereinander bei der Ansteuerung in Linie zu halten sind. Quermarkenfeuer zeigen Kursänderungen an.
Leitfeuer mit Sektoren haben eine Warnfunktion, der rote Sektor ist zu meiden, freie Fahrt im grünen Sektor.
Auf dieser Marke sehen wir den Leuchtturm Gellen auf der Insel Hiddensee mit seinen Eintragungen in der Seekarte. Wir sehen deutlich die roten und gelben Sektoren. Dazu finden wir in der Karte die Tragweite und die Kennung mit der Wiederkehr.


Bei einem Leuchtturm ist die Höhe des Feuers über dem Meeresspiegel wichtig. Je höher er steht, desto weiter ist er zu sehen, d.h desto größer ist seine Tragweite.
An der Kennung kann der Leuchtturm im dunkeln eindeutig identifiziert werden. Sie kann z.B. 2 Blitze mit einer Wiederkehr von 10 sek sein; d.h. die 2 Blitze wiederholen sich alle 10 Sekunden.
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Auf der Marke links sehen wir den Turm Pelee Passage im Erie See. Als Kennung wird Flash (Blitz) mit der Wiederkehr von 4 Sekunden angegeben; die Blitze sind symbolisch als 'Sterne' dargestellt.
Zusätzlich die Angaben über Höhe und Tragweite; dazu der Hinweis 'Racon'. Diese Abkürzung steht für 'radar beacon', d.h. es ist ein spezielles Radarantwort-Verfahren installiert. Wenn der Radarstrahl eines Schiffes auf diesen Turm trifft bekommt man auf dem Schiff genaue Info's über Abstand, Peilung und Identifikation des Turmes.
Das Feuer wird mit Solarzellen betrieben. Die Turmkonstruktion hat ein Hubschrauberlandedeck; dies ist heute bei vielen Türmen, die in Küstengewässern stehen üblich.


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Leuchttürme, weit draussen auf Sandbänken, winzigen Inseln, Klippen oder Riffen müssen / mussten gewartet werden.
Früher waren Leuchtturmwärter auf den Stationen, die mussten versorgt werden und ein Wachwechsel war nötig.
Mit kleinen Booten in hoher Schwell bzw. Brandung war das eine lebensgefährliche Arbeit.
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So hat man heute auf einigen Stationen Landemöglichkeiten für Hubschrauber geschaffen.
Auf der britische Marke links ist der Leuchtturm The Smalls abgebildet. Auf dieser Insel wurde 1776 der erste Leuchtturm errichtet, 1861 folgte ein Neubau und 1978 wurde ein Helikopter Landedeck oben drauf gesetzt.


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Zwei symbolträchtige Leuchttürme: Links im Stempel sehen wir Deutschlands berühmtesten Turm 'Roter Sand',darunter auf der Marke seinen Nachfolger 'Alte Weser'.
Der Rote Sand Leuchtturm wurde von 1880 bis 1885 erbaut und war bis 1964 in Betrieb. Da seine Unterwasser-Stahlhaut durchrostete wurde er 1987 von einem Förderverein saniert und ist heute ein Sightseeing Ziel mit Hotelfunktion.
Sein Ersatz, der Leuchtturm 'Alte Weser' regelt mit seinen Sektorenfeuern heute die Ansteuerung der Weserhäfen.
Rechts der Columbus Leuchtturm in der Dominikanischen Republik. Er ist ein Columbus Denkmal und Museum aber auch Leuchtturm. Baubeginnn war 1937, Fertigstellung erst 1992.
Neben dem horizontalen Leuchtfeuer werfen 146 Scheinwerfer die Kreuzform des Gebäudes in den Himmel. Dieser Turm ist auf vielen südamerikanischen Marken zu finden.


Roter Sand
Roter Sand
Links und rechts der Leuchtturm Roter Sand, in der Mitte der Turm von der Greifswalder Oie.


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Leuchtturm Punta Dungeness steht am Osteingang, der Leuchtturm Evangelistas steht am Westausgang der Magellanstraße.
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Über Leuchttürme gibt es eine große Anzahl von Marken, Stempel und Ganzsachen. Ebenso existieren unzählige Vereine, Gesellschaften und Internetseiten über Leuchttürme.
Auf dieser Seite sind zwei Marken, die etwas mit Lebensversicherungen zu tun haben, also der Leuchtturm als Symbol. Denn viele Menschen haben ein besonderes Verhältnis zu diesen Türmen.
Sie symbolisieren so etwas wie Hilfe, zu Hause, Heimat, erreichtes Ziel, bedrängt aber geschafft, alles O.K., felsenfest, standhaft, angekommen!
Die Feuerschiffe, die für dieselbe Funktion ausgebracht wurden, haben nie diese Popularität erreicht. Sie waren der Allgemeinheit nicht allzeit sichtbar, wurden nur von den fahrenden Seeleuten wahrgenommen.


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Leuchttürme an der Südostküste der USA.

Abgebildet sind von links Cape Henry, Cape Lookout, Moris Island, Tybee Island und Hillsboro Inlet.

Wie dieser obige Satz sind unzählige Leuchtturm Markensätze und über Jahre laufende Leuchtturmserien auf Briefmarken erschienen. Es gibt so cirka 800 bis 900 verschiedene Briefmarken mit Leuchttürmen (Stand 2010).


France
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Die französische Postkarte mit der Küste der Bretagne zeigt deutlich die Notwendigkeit von Leuchttürmen auf!


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