Seemotive :

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Der Ursprung der Olympischen Spiele der Antike liegt vermutlich im 2. Jahrtausend v. Chr. Die ersten regelmäßigen Spiele haben im griechischen Olympia im Jahre 776 v. Chr. stattgefunden. Dieser Zeitpunkt wurde aus den Siegerlisten rekonstruiert.
Die Olympischen Spiele der Antike wurden im Jahre 394 durch den römischen Kaiser Theodosius I. wegen der Verehrung heidnischer Götter verboten.
Die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit fanden im April 1896 in Athen statt.


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Das war in der Antike und ist auch heute noch immer so: Wenn sich zwei Segelboote auf irgendeinem Meer weltweit begegnen, beginnt eine kleine "Privatregatta". Jeder will dem anderen Boot davon segeln.

Diese Seite befasst sich mit Briefmarken und Belegen zu den Olympischen Segelregatten.
Zu diesem Thema existieren mehr als 200 Marken, unzählige Stempel und Belege. Folglich kann hier nur eine begrenzte Übersicht gezeigt werden.


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Segeln wurde zum erstenmal in das Programm der Sommerspiele 1900 in Paris aufgenommen.

Die Boote wurden in 7 verschiedene Tonner-Klassen eingeteilt; und zwar
  • bis 0,5 Tonnen,
  • 0,5 bis 1 Tonne,
  • 1 bis 2 Tonnen,
  • 2 bis 3 Tonnen,
  • 3 bis 10 Tonnen,
  • 10 bis 20 Tonnen und
  • über 20 Tonnen.
Diese Tonner Einteilung gab es nur 1900.
Die Boote hatten einen Mast, Gaffel und Gaffeltopsegel und vor dem Mast Fock und Klüver an einem Bugspriet.
Für die Regatten wurden Boote gemeldet und keine Mannschaften. In den Siegerlisten taucht vorwiegend nur der Name des Eigners auf. Auch wenn die Boote in der Regel über eine Stammbesatzung verfügten, ist nicht klar, ob diese auch tatsächlich gesegelt hat.


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Diese holländische Marke zur Olympiade 1928 zeigt ein Boot der 8-m-R-Klasse.
Zu den olympischen Segelwettbewerben von 1904 bis 1928 traten neben 6, 8, 10, 12-m-R Klassen auch Jollen und Dinghy Klassen an.
1908 wurde die Formel der Meter-Klasse eingeführt. In diese Formel gehen die Werte Schiffslänge, Schiffsbreite, Wasserlänge, Tiefgang, Freibord und Segelfläche ein. Nach Einsetzen der entsprechenden Werte erhält man als Ergebnis eine feste Zahl z. B. 8. Diese Yacht hat dann den Rennwert 8-m-R.
(R - Race, Racing)


Diese Marke von Monaco wurde 1948 zu den Olympischen Spielen in London herausgegeben. Abgebildet sind hier auch 8-m-R Yachten, die allerdings 1936 zum letzten Male olympisch waren. Hier fällt zur obigen Hollandmarke das unterschiedliche Rigg auf, obwohl beide Boote zur gleichen Klasse gehören.
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Diese Marke zur Olympiade 1952 in Helsinki zeigt Boote der 6-m-R-Klasse.
Diese Boote waren von 1908 bis 1952 olympisch. Die Boote hatten eine Länge von ca. 10,5m, Breite 1,9m, Tiefgang 1,6m, Segelfläche ca. 40 qm, Besatzung 5 Mann.


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Auf diesen Marken wird die Klasse 5,5-m-R dargestellt.
Die 5,5-m-R- Klasse wurde 1948/49 als Nachfolger der 6-m-R Klasse entworfen, weil die 6m Boote zu teuer waren. Es setzte sich erfolgreich durch und war von 1952 bis 1968 olympisch. Danach wurden diese Boote durch die modernere Soling Klasse ersetzt.
Die Boote wurden nach einer Formel entwickelt, bei der die Länge, die Segelfläche und die Verdrängung eingingen. Das Formelergebnis durfte nicht größer als 5,5 sein.
Die Boote hatten eine Länge von ca. 10,4m, Segelfläche ca. 28,5 qm, Besatzung 3 Mann.


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Auf den drei Marken wird die Drachen-Klasse dargestellt.
Die Klasse war von 1948 bis 1972 olympisch.
Das Boot wurde 1929 von dem Norweger Johan Anker als preiswertes Einheitskielboot mit einer einfachen offenen Kajüte konstruiert.
Das Boot hatte eine Länge von 8,95m, Breite 1,9m, Tiefgang 1,2m, Segelfläche 27,7 qm, dazu Spinnaker 23,6 qm, Besatzung 3 Mann.
Der Drachen wird unter Seglern oft als "Königsklasse" bezeichnet, da er oft von Mitgliedern der europäischen Königshäuser gesegelt wurde. Auf der Marke rechts oben ist Kronprinz Konstantin von Griechenland mit seinem Drachenboot abgebildet, mit dem er 1960 vor Neapel die Goldmedaille gewonnen hatte.

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Für die olympischen Segelwettbewerbe 1936 vor Kiel wurde die O-Jolle (Olympiajolle) konstruiert. Das Holzboot hatte ein Segel von 11,5 qm, eine Länge von 5m, Breite 1,6m, Tiefgang von 0,15 bis 1,1m bei herabgelassenem Schwert und wurde von einer Person gesegelt. Nach dem 2. Weltkrieg war diese Bootsklasse noch sehr verbreitet in Deutschland, aber nie mehr olympisch.


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Links Soling Boote auf der Kreuz, rechts Star Boote.

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Das Starboot, Segelzeichen ein fünfzackiger Stern, wurde bereits 1910/11 entworfen und ist der "Oldie" unter den olympischen Segelbooten. Das Boot war von 1932 bis heute olympisch, nur 1976 wurde diese Klasse durch die Tempest ersetzt.
Das Boot hatte eine Länge von 6,92m, Breite 1,73m, Segelfläche 27,92 qm. Es wird mit zwei Mann nur mit Großsegel und Fock gesegelt, einen Spinnaker gibt es nicht beim Star.
Das Boot mit einem Knickspant-Rumpf ist sehr rank, es gilt als übertakelt.
Die USA haben in dieser Bootsklasse bereits sieben mal die Goldmedaille gewonnen. Deutschland war 1936 mit Peter Bischoff an der Pinne erfolgreich.


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Von links: Star, Soling, 470er, Finn und FD.
Olympiade 1980 Moskau, Segelregatten vor Tallinn (Reval).

Der Soling , Segelzeichen Omega, wurde als Nachfolgeboot der 5,5er entwickelt.
Das Kielboot war von 1972 bis 2000 olympische Segelklasse, danach wurde es vom Yngling ersetzt.
Das Boot hatte eine Länge von 8,20m, Breite 1,90m, Segelfläche am Wind von 24,3 qm und einen Spinnaker von 45 qm. Es wird mit drei Mann gesegelt.
Jochen Schümann, einer der besten deutschen Segler, gewann im Soling zweimal Gold und einmal Silber.


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Die Tempest, Segelzeichen "T", ist ein sehr sportliches Segelboot mit Hubkiel, Trapez und Spinnaker.
1972 und 1976 war das Boot olympisch, 1976 verdrängte es das Starboot, doch 1980 beendete das Starboot wegen seiner größeren Verbreitung den olympischen Tempest Auftritt.
Das Boot hatte eine Länge von 6,70m, Breite 1,97m, Segelfläche am Wind von 23 qm und einen Spinnaker von 21 qm. Es wurde von zwei Mann gesegelt.


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Olympisches Segeln ist sportliches Segeln in kleinen Klassen und nicht auf "Dickschiffen"!
Hier ist das Finn-Dinghy abgebildet, das Klassenzeichen sind zwei Wellen untereinander. Es ist von 1952 bis heute 2008 Olympia Klasse.
Die Jolle wurde 1949 von Richard Sarby aus Uppsala konstruiert.
Das Boot hatte eine Länge von 4,5m, Breite 1,51m, nur ein Segel mit 10 qm und wird auch nur von einer Person gesegelt.
Im Finn errang der Däne Poul Elvström von 1952 bis 1960 drei mal die Goldmedaille. Auch für Deutschland stand 1964 Willi Kuhweide auf dem Finn-Treppchen ganz oben, 1976 folgte Jochen Schümann.


Der Laser wurde 1970 vom Amerikaner Bruce Kirby als Einhand-Jolle entworfen. Es sollte ein einfaches, billiges Freizeit-Boot sein, der ursprüngliche name war "Freetime".
Weltweit gab es 2005 rund 189.000 Laser. Das flache Gleitboot ist seit 1996 olympisch. Das Klassenzeichen ist eine rote "Sonne".
Das Einhand-Boot hatte eine Länge von 4,23m, Breite 1,37m, ein Segel von 7,06 qm (Olympia Männer) bzw. beim Laser Radial von 5,7 qm (Olympia Frauen 2008) und beim Laser 4,7 von 4,7 qm.
Der zweigeteilte, ineinander gesteckte Mast steht unverstagt und drehbar in einer Vertiefung. Wenn das Boot kentert, kann es relativ leicht wieder aufgerichtet werden.
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Links eine Laser jolle, rechts ein Finn Dinghy.


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Der 470er ist eine olympische Zweimann-Rennjolle mit Trapez und Spinnaker. Sein Klassenzeichen 470 wird von der Bootslänge, 4,70m, abgeleitet. Seit 1972 bis heute ist das Boot Olympia Klasse, seit 1988 auch separat für Frauen.
Die Jolle wurde 1963 in Frankreich von Andre Cornu entworfen.
Das Boot hat eine Länge von 4,7m, Breite 1,68m, Fock und Großsegel zusammen 12,7 qm und einem Spinnaker von 13 qm. Es wird von zwei Personen gesegelt.
1976 gewannen die Deutschen Frank Hübner und Harro Bode in dieser Klasse die Goldmedaille.


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Das Klassenzeichen 'FD' steht für Flying Dutchman. Es ist eine schnelle Jolle für zwei Personen, die mit Trapez und Spi gesegelt wird und leicht ins Surfen kommt.
Sie wurde 1952 von dem Holländer Uus van Essen konstruiert.
Von 1960 bis 1992 war diese Klasse olympisch.
Einige Daten: Länge 6,05m   Breite 1,80m   Tiefgang 1,10m mit Schwert.
Segelfläche: Großsegel 11 qm, Genua 6 qm, Spinnaker 21 qm.


Der Tornado ist als Zweirumpfsegelboot oder Katamaran die bisher schnellste olympische Klasse. Wie alle Bootsklassen trägt er sein Klassenzeichen im Groß-Segel, einen Wirbelsturm mit zwei Linien darunter. Dieser Wirbelsturm ist von weitem als "T" erkennbar.
Der Tornado wurde 1967 von dem Engländer Rodney March entwickelt. Das Boot ist seit 1976 bis 2008 olympische Klasse, 2012 soll es aber nicht mehr dabei sein.
Das Boot hat eine Länge von 6,10m, Breite 3,08m, ein Segelfläche am Wind von 21 qm und einen Gennaker von 25 qm. Es wird von zwei Personen gesegelt. Am Wind hebt sich der Luv-Rumpf relativ schnell aus dem Wasser.
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Windsurfen ist eine Wassersportart, bei der man, auf einem Surfbrett stehend, ein Segel zur Fortbewegung nutzt. Das Segel ist freibeweglich mit dem Brett verbunden. Windsurfen ist aus dem Wellenreiten entstanden und gibt es seit 1964.
Das Windsurfen wurde für Männer 1984 in Los Angeles olympische Disziplin, die Frauen folgten 1992 in Barcelona.
Bei den Spielen wurde ab 1984 auf dem "Windglider" gesurft, es folgte ab 1996 das "Mistral" board und ab 2008 die "RS:X" Entwicklung.
Das "Mistral" Brett hatte eine Länge von 3,72m, Breite 63,5 cm, Volumen von 235 ltr und eine Segelfläche von 7,4 bzw. 6,6 qm (bei Sturm); als Klassenzeichen ist ein "M" im Segel zu sehen .


    Bei den Olympischen Spielen 2008 in China wurde in Qingdao in folgenden Klassen gesegelt:
  • 470 - getrennt für Männer und Frauen
  • Laser für Männer und Laser Radial für Frauen
  • Finn - Männer
  • RS:X - getrennt Männer und Frauen
  • Star - Männer
  • Yngling - Frauen
  • 49er - mixed crew
  • Tornado - mixed crew

Rechts ein chinesischer Segelblock zur Olympiade 2008.
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Die "49er" sind eine Skiff-Klasse, der Name leitet sich von der Rumpflänge von 4,99m ab. Das Boot wird von zwei Personen stehend auf Auslegern im Trapez gesegelt.
Der "Yngling" ist ein drei Personen Kielboot, hat eine Länge von 6,35m und eine Segelfläche von 14 qm am Wind, Spi 20,4 qm.

Der "Yngling" und die "49er" sind seit 2000 olympisch. Auf einer Briefmarke sind sie vermutlich noch nicht abgebildet.


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Der olympische Segelwettkampf bestand 2008 aus 11 Vorkämpfen (bei den 49ern aus 16) und einem Medaillenrennen. Der Sieger in einem Vorkampf bekommt einen Punkt, der 2. zwei Punkte, der 3. drei Punkte etc.
Nach den Vorkämpfen wird das schlechteste Resultat gestrichen, die übrigen Ergebnisse kommen mit in das Medaillenrennen. Dort wird wieder um Punkte gesegelt, die diesmal aber doppelt gezählt werden. Das Boot mit den wenigsten Punkten hat dann die Goldmedaille gewonnen.


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In Kiel wurde 1936 und 1972 um olympische Medaillen gesegelt.

Auf der Marke rechts ist der Olympiahafen in Kiel-Schilksee abgebildet.
Die beiden weißen Windspiele rechts oben symbolisieren wohl Möwen. Auf der Platte im Vordergrund lohderte das olympische Feuer. Im Hintergrund das olympische Dorf für die Segler.

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Olympisches Segeln symbolisch !
Dabeisein ist Alles !

Auch für die Marken-Designer:
Künstlerische Fantasien.

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Quellen:

Wikipedia Internet Enzyklopädie

G. Meyer-Uhl, Sportsegeln auf Briefmarken, Delius Klasing, 1979

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