Schiffspost
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Aktuelle Nachrichten

von der Arge!

Schiffspost



Bisherige "Aktuelle Informationen", die schon etwas älter sind, also nicht mehr aktuell,
finden Sie in unserem "Archiv" wieder, nur auf diese Zeile klicken!


Bei der Arbeitsgemeinschaft Schiffspost ist das Rundschreiben Nr. 148 erschienen.
Aus dem Inhalt u.a. :
  • Ankündigung NORDPOSTA-SEEPOSTA im April 2016 in Hamburg
  • Informationen der Fachgruppe Deutsche Marine Schiffspost
  • Die Donau-Wachtbootflottille
  • Kriegsschiffe mit dem Namen "Nürnberg" in der Kaiserlichen Marine
  • PAQUEBOT Stempel vom Postamt Hamburger Freihafen
  • Barfrankierung des Dampfers "Koenig" der Deutschen Ost-Afrika-Linie vom Dezember 1901
  • MS "Monte Rosa" (26.01.1931 - 29.03.1954), 1. Fortsetzung
  • Die Reichstagswahl am 7. April 1938 an Bord der MS "Monte Olivia" in Brasilien / Rio de Janeiro
  • Aktuelle Meldungen und Notizen
    • Schiffspoststempel bei den Adler Schiffen
    • Schiffspoststelle Feuerschiff "Fehmarnbelt"
    • Schiffspoststelle Schonerbrigg "Greif" zur Hanse Sail
    • Schiffspost- und Sonderstempel Reederei Cassen Eils
    • Mehrere Sonderstempel von Norwegen zum Transport des nationalen Goldschatzes vor 75 Jahren nach GB, USA und Kanada
    • Norwegische Stempel zum Tall Ship Race 2015 und "Sommerapent" mit der MS "Sjøkurs".
    • Norwegische Regierung plant Riesentunnel für Schiffe!

Der erste Nachtrag zum Handbuch "Deutsche Schiffspost nach 1945", IV. Auflage, 2007 ist erschienen.
Der Nachtrag wurde von Herrn Wilhelm Brockmann erarbeitet.

Interessenten wenden sich an den Leiter der Arge Schiffspost,
Herrn Friedrich Steinmeyer, Anschrift, email siehe am Ende dieser Seite.





Die Reichstagswahl am 7. April 1938 an Bord des MS "Monte Olivia"
in Brasilien (Rio de Janeiro)
von Horst Lüddicke.
Rio

Die Propaganda der Nationalsozialisten lief Anfang 1938 auf vollen Touren. Da gleichzeitig die Volksabstimmung über die Wiedereingliederung Österreichs in das Deutsche Reich stattfand, zogen die Nationalsozialisten alle Register um den Wahlerfolg zu sichern.
Diese Wahlen zum Reichstag waren Scheinwahlen. Das Ergebnis stand schon vor der Wahl fest. Es gab eine nationalsozialistische Einheitsliste auf der auch einige als Gäste (Parteilose) standen.
Die Einheitsliste der NSDAP erreichte 99,1%. Die Wahlkommission war so unverfroren und zählte leere Stimmzettel für die NSDAP mit. Sie erhielt 814 Sitze im Reichstag (11 Sitze wurden von Gästen belegt).
Das MS "Monte Olivia", das von der HSDG im Liniendienst Hamburg - Südamerika eingesetzt war, befand sich am Wahltag in Rio de Janeiro.
Die NS-Verantwortlichen des Schiffes verausgabten zur Reichstagswahl eine Propagandakarte (siehe links oben), die an alle Passagiere des Schiffes verteilt wurde. Diese Karte stelle ich Ihnen heute vor.
Die Bildseite der Karte trägt den Bordstempel der "Monte Olivia". Die Karte wurde am Wahltag (7.4.1938) in Rio de Janeiro zur Post gegeben und als Luftpostkarte mit der Condor nach Deutschland befördert.
Der Absender der Karte hat an der Wahl teilgenommen. Er schreibt u.a. ".... werden an der Abstimmung für unser Großdeutschland teilnehmen, siehe Abbildung rechts.
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Rio
Die nebenstehende Abbildung zeigt einen Original-Wahlschein zur Reichstagswahl 1938.
Mit dem doppelt so großen Stimmkreis für die "Ja-Stimme" wurden alle Wähler von vorn herein beeinflusst ihr Kreuz in diesen Kreis zu setzen.
Was daraus entstand hat Deutschland und die gesamte Welt schmerzlich erfahren müssen.


Lebenslauf des MS "Monte Olivia".

In den Jahren 1924 bis 1930 bestellte die HSDG insgesamt fünf Passagierschiffe, die als so genannte "Monte-Klasse" bezeichnet werden. Gebaut wurden die Schiffe auf der Werft von Blohm und Voss in Hamburg. Es waren die Motorschiffe "Monte Sarmiento", "Monte Olivia", "Monte Cervantes", "Monte Pascoal" und "Monte Rosa".
Die "Monte Olivia" wurde am 28.10.1924 vom Stapel gelassen. Das Motorschiff wurde nach einem Berg in Argentinien benannt.
Die erste Reise führte das Schiff am 23.4.1924 nach Südamerika (Zielhäfen waren Montevideo und Buenos Aires).
Wegen rückläufiger Passagierzahlen im Liniendienst wurde das Schiff ab 1925 erfolgreich für Kreuzfahrten eingesetzt.

Die rechte Abbildung zeigt eine Postkarte nach München, aufgegeben auf einer Spitzbergen-Reise des "Monte Olivia" im Sommer 1928. Die Postkarte wurde aufgegeben beim Postamt Longyearbyen auf Spitzbergen.
Der Absender schreibt im Text unter anderem
"An Bord der Monte Olivia" auf dem 73 Breitengrad, 14.8.28 um 12 Uhr 45 auf der Fahrt vom Nordkap zur Bäreninsel, soeben ein Rudel Walfische passiert. Leider lies sich keiner von mir fangen. Viele Polargrüsse".
Rio
Von 1934 führte die MS "Monte Olivia" Kreuzfahrten für die Organisation "Kraft durch Freude" durch (siehe im Rundschreiben 138, Seiten 6788 - 6794).
Von 1938 bis 1939 wurde das Schiff im Liniendienst von Hamburg nach Südamerika eingesetzt. Bei Kriegsausbruch (1.9.1939) lag das Schiff in Brasilien fest.
Im Oktober 1939 gelang der "Monte Olivia" der Blockadedurchbruch nach Hamburg. Danach diente das Schiff von 1940 bis 1945 der Kriegsmarine als Wohnschiff.
Ab Mitte Februar 1945 wurde die "Monte Olivia" unter der Bezeichnung "Lz II" als Lazarettschiff eingesetzt. Bei einem Bombenangriff am 3.4.1945 wurde die "Monte Olivia" in Kiel durch Bombentreffer versenkt.
Abschliessend die technischen Daten des MS "Monte Olivia" nach dem Handbuch der Deutschen Handelsmarine JG 1928, laufende Nr. 129:
Unterscheidungssignal RFKS, Funk, 2 Schrauben, Heimathafen Hamburg, Fracht- und Personenschiff, 13.750 BRT, Länge 152,6m, Breite 20,1m, Tiefgang 11,6m, Erbauung 1924 in Hamburg, Brennstoff Rohöl, Reeder HSDG, Besatzung 280 Mann, Passagierkapazität 1.372 in der III. Klasse und 1.156 im Zwischendeck.
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Seeposta in Hamburg vom 8. - 10. April 2016

Die Hamburger Philatelistenvereine organisieren vom 8. bis zum 10. April 2016 eine neue NORDPOSTA 2016 im Rang III.

In diese Ausstellung wird eine SEEPOSTA integriert. Die Initiative ging von unserem Mitglied, Herrn Dieter Stephan aus, der auch bereits für den Stempelentwurf gesorgt hat.
Mitglieder der Arge Schiffspost sind aufgerufen, sich mit einer Sammlung an der Ausstellung zu beteiligen. Einige Sammlerfreunde haben sich bereits angemeldet, aber es ist noch reichlich Platz für weitere Anmeldungen.

Seeposta
Die NORDPOSTA wird in Rang III und in der "offenen Klasse" ausgeführt.
Die Postverwaltungen von Luxemburg, Österreich, Spanien und Norwegen haben ihr Kommen zugesagt.
Unsere Arge Schiffspost im BDPh e.V. wird an allen drei Tagen mit einem Stand vertreten sein.
Ferner ist ein maritimer Festabend und Treffen aller maritimen Freunde geplant, verbunden mit ein oder zwei Vorträgen. Über Herrn Stephan kann man ein Zimmer im Hotel "relexa Bellevue" buchen (Doppelzimmer incl.Frühstück zu 129 €, Einzelzimmer 79 €).
Dort werden sich die Schiffspostsammler treffen.

Nähere Auskünfte zur Ausstellung erhalten Sie über Herrn Dieter Stephan, Windloh 57, 22589 Hamburg.
Tel. 040 / 6382 4641
email:   d.stephan2@deutschepost.de


Gold
Gold
Norwegen gedachte im April 2015 mit mehreren Sonderstempeln dem Transport des nationalen Goldschatzes vor 75 Jahren nach Großbritannien, die Vereinigten Staaten von Nordamerika und Kanada.

Beim Unternehmen Weserübung, der Besetzung von Dänemark und Norwegen durch die Wehrmacht am 9. April 1940, war ein Angriff auf Oslo durch deutsche Luftlandetruppen geplant.
Wegen starken Nebels verzögerte sich die Aktion. Der König, der Kronprinz, die Regierung und 23 Tonnen Gold konnten auf 26 Lastwagen entkommen und wurden an Bord des britischen Kreuzers "GLASGOW" gebracht.
Das Schiff setzte Kurs nach Tromsø, wo der König, sein Gefolge und die Regierung an Land gebracht wurden, während das Gold mit der "GLASGOW" weiter nach England befördert wurde.
Inzwischen verließ der Dampfer "DRIVA" die Pier in Molde mit 10 Tonnen Gold an Bord in Richtung Norden. Der Rest des Goldes (9 Tonnen) wurden von Lastkraftwagen und dann mit lokalen Fischerbooten nach Tromsø transportiert.

Gold
Gold
Die Goldreserven wurden aufgeteilt und mit drei britischen Kriegsschiffen nach England geschickt.
Die erste Lieferung von acht Tonnen Gold wurde an Bord des Kreuzers "GALATHEA" geladen, der Kurs auf Großbritannien nahm. Wegen Zeitmangels wurde das restliche Gold (42 Tonnen) von Militärfahrzeugen nach Molde transportiert.

301 große und 246 kleine Kisten mit Gold wurde dem britischen Kreuzer "ENTERPRISE" in Tromsø übergeben. Das Auslaufen der "ENTERPRISE" wurde wegen mehrerer Luftangriffe in den folgenden Tagen verschoben.
Die Ladung kam in Plymouth am 29. Mai 1940 an und wurde mit einem Sonderzug nach London zur Verwahrung bei der Bank von England geschickt.

Gold
Gold
Das Gold wurde zum Fred Olsen Liner "MS BOMMA gebracht. Das Schiff fuhr nach Baltimore mit einem Konvoi von anderen Schiffen. Sie kamen ohne Probleme in Baltimore am 28. Juni an.
Am 1. Juli war das Schiff "MS BOMMA in Baltimore ausgeladen und die Goldbarren wurden der Federal Reserve Bank in New York und die Bank of Canada in Montreal geschickt.


Paquebot
Neues Anschriftenformat

für Schiffe der US Navy

Zeile 1: Name,       z.B. C.O.P.E. oder Postal Logistic Specialist
Zeile 2: Schiffsame, (Schiffsytyp / Jahreszahl)       z.B. USS Abraham Lincoln (CVN72)
Zeile 3: Unit Box       z.B. Unit 100349 Box 1
Zeile 4: ZIP Code,       nur 5 stelliger Code, z.B. FPO AE 09520

Ein Beispiel:
C.O.P.E.
USS VELLA GULF (CG72)
UNIT 100282 BOX 1
FPO AE 09590

C.O.P.E. - Custodian of Postal Effects
ZIP - Zone Improvement Plan, ist der Postleitzahlen-Code der US Post

    FPO, AA, AE, AP
  • FPO   Fleet Post Office, US Navy mail
  • AE   (Armed Forces in Europe, Canada, Middle East, and Africa) are allocated ZIP codes 09XXX
  • AP   (Armed Forces in Asia Pacific) are allocated ZIP codes 96XXX
  • AA   (Armed Forces in the Americas, except Canada) are allocated ZIP codes 34XXX



Quelle:
Die Berichte dieser Seite stammen von Wilhelm Brockmann von der Arbeitsgemeinschaft Schiffspost im Bund Deutscher Philatelisten e.V.
email:   Wilhelm.Brockmann@t-online.de


Interessenten wenden sich an den Leiter der Arge Schiffspost, Herrn Friedrich Steinmeyer, Grosse Fuhren 35, D-27308 Kirchlinteln.
email:   F.Steinmeyer@t-online.de  

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