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Bei der Arbeitsgemeinschaft Schiffspost ist das
Rundschreiben Nr. 179 mit farbigen Abbildungen erschienen.
Aus dem Inhalt :
- Schriften der Arge Polar Philatelie.
- Marineschiffspost im 1. Weltkrieg: Sendungen ins Ausland.
- Das Sperrverkehrsfahrzeug der Hever "A" im 1. Weltkrieg.
- Vergnügunsreisen zur See: Umgang an Bord mit Ansichtskarten vom Landausflug.
- Vorschriftswidrige Postabfertigung während der MSP-Zeit der
Bundesmarine in der Zeit von 1981 - 1995.
- Forschungseisbrecher KRONPRINS HAAKON.
- Schiffspost von deutschen Segelschiffen.
- Aktuelle Meldungen und Notizen.
- Überprüfung von Letzttagsdaten Deutsche Schiffspost.
Interessenten wenden sich an
email: Uwe.Meinert@t-online.de
Aktuelle Stempel können Sie sehen wenn Sie nur auf diese Zeile klicken!
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| SMS GEIER
Bernd Essler
SMS Geier war ein kleiner ungepanzerter Kreuzer der Kaiserlichen Marine. Das Schiff lief am 18. Oktober 1894
bei der Kaiserlichen Werft Wilhelmshaven als sechstes und letztes Schiff der Bussard-Klasse vom Stapel.
Nach der Indienststellung am 24. Okt. 1894 wurde das Schiff zunächst der Ostseestation der Kaiserlichen
Marine mit dem Ausrüstungshafen Kiel zugeteilt, aber schon am 21. Jan. 1895 wieder außer Dienst gestellt.
Am 9. Dez. 1897 trat der am 1. Dez. erneut in Dienst gestellte Kreuzer in Kiel eine erste Auslandsreise nach
Haiti an, da die Marine den Einsatz eines aktiven Kriegsschiffes in Westindien zum Schutz deutscher Bürger und
wirtschaftlicher Interessen für geboten hielt. Damit begann einer der zahlreichen Auslandseinsätze, auf die hier nicht weiter eingegangen wird. Am 14. Jan. 1905 nach über sieben Jahren Auslandsdienst trat das Schiff den Rückmarsch an und erreichte am 16. März die Heimat, wo es modernisiert werden sollte.
Während dieser ersten Auslandsmission verfügte das Schiff über die Postausrüstung MSP 36
Erst 1911 erfolgte die Wiederindienststellung des Schiffes.
Aus Kiel am 8. Mai ausgelaufen traf das Schiff
am 9. Juli auf der ostafrikanischen Station ein, wo es mit dem Schwesterschiff SEEADLER von Daressalam
(Deutsch-Ostafrika) aus den Stationsdienst versah.
Am 2. Okt. wurde das Schiff nach Ausbruch des türkischitalienischen Krieges ins Mittelmeer geschickt, wo
es am 16. Nov. in Piräus eintraf. 1912 wurde es offiziell der Mittelmeer-Station zugeteilt.
Danach folgte der Dienst in türkischen Gewässern, überwiegend im östlichen Mittelmeer.
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Im Aug. 1913 löste das Schiff die BRESLAU im Blockadedienst vor der montenegrinischen Küste ab, der bis
zum 14. Okt. 1913 dauerte.
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Nach einer Überholung des Schiffes vom 14. Okt. bis zum 4. Jan. 1914 in Triest lief das Schiff zur Übernahme
ihrer Stationstätigkeit wieder nach Deutsch-Ostafrika und traf am 22. Jan. 1914 in Aden ein.
Das Schiff verblieb bis zur Ablösung durch KÖNIGSBERG am 5. Juni 1914 vor Deutsch-Ostafrika, wo sie
Anfang Mai 1914 als Kanonenboot umklassifiziert wurde.
Im Anschluss daran machte sich das Schiff am 12. Juni 1914 auf den Weg nach Deutsch-Neuguinea.
Auf diesem Wege traf das Schiff am 25. Juli 1914 in Singapur ein.
Am 28. Juli 1914 wurde Singapur verlassen. Das Schiff befand sich bei Kriegsausbruch auf hoher See in
der Nähe der Insel Java und nahm am 6. Aug. 1914 von dem Dampfer ELMSHORN (Dt.-Austral. Linie) bei der Insel
Flores Kohlen auf. Auch der Dampfer BOCHUM war dort eingetroffen.
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Vom 25. bis zum 29. Juli 1914 wurde die GEIER in Singapur versorgt. Von dort sollte zunächst Batavia
angelaufen werden, änderte jedoch unterwegs seine Absicht und lief Batavia nicht an.
Am 1. August erhielt GEIER den Befehl, sich nach Yap zum Kreuzergeschwader zu begeben.
Die Frachter der Deutsch-Australischen Dampfschiffs-Gesellschaft (DADG) ELMSHORN (4.594 BRT) und
BOCHUM (6.161 BRT) wurden mit 1.700 t Kohlen zu ihrer Unterstützung entsandt, mit denen sie am 5. August
vor der Insel Flores zusammentraf und Kohlen übernahm.
Die ELMSHORN wurde entlassen, um in Niederländisch-Indien weitere Kohlen zu beschaffen, während der
ehemalige Kreuzer mit der BOCHUM weitermarschierte.
Dabei musste die Geier häufig in Schlepp genommen werden, da es mehrfach zu Maschinenausfällen kam.
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Es folgte ein Treffen mit EMDEN und deren Versorger MARKOMANNIA (HAPAG) am
20. Aug. 1914 auf hoher See und die Weiterfahrt nach Angaur (Palau-Inseln, Ankunft
22. Aug.) und dort ein Treffen mit den Dampfern TSINGTAU (NDL) und LOCKSUN
(NDL).
Es folgten Kusaie (Bismarck-Archipel) am 4. Sept. 1914 und Majuro am 11. Sept. 1914 und dort ein
Treffen mit LOCKSUN (NDL).
Am 23. Sept. trifft ELMSHORN aus Makassar und Pula Laut kommend ein. Am 15. Okt. 1914 lief das Schiff
Honolulu an und wurde dort am 9. Nov. 1914 interniert.
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Seit dem 17. Okt. 1914 patroullierte vor Honolulu zunächst der japanische Panzerkreuzer HIZEN, wenig
später ergänzt um den Panzerkreuzer ASAMA, so dass ein Ausbruch unmöglich war, selbst wenn die
Maschinenprobleme behoben werden konnten.
Beide Schiffe liefen am 10. Nov. Honolulu an, um die Vorräte zu ergänzen und verließen am 11. Nov. 1914
Honolulu wieder Richtung Südamerika auf der Suche nach dem Kreuzergeschwader.
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Am 4. Febr. 1917 wurde der größte Teil der Besatzung an Land in den Schofield Barracks (Kaserne der US. Army)
interniert, nachdem die Feuerwehr und
Marinesoldaten das Schiff gestürmt hatten und am 16. März 1917 wurde die Flagge niedergeholt.
Nach der Kriegserklärung der USA am 7. April 1914 wurde das Schiff durch die Amerikaner beschlagnahmt und
am 9. Juni in USS. CARL SCHURZ umbenannt und am 15. Sept. 1917 in Dienst gestellt.
Das Schiff war für Geleitschutzaufgaben vorgesehen. Am 31. Okt. 1917 verließ das
Schiff Pearl Harbour zusammen mit der der Submarine Division 3 bestehend aus den Ubooten K 3, K4, K 7 und
K 8, um am 12. Nov. San Diego anzulaufen.
Von dort ging es mit dem Konvoy erst Anfang Dez. 1917 durch den Panama-Kanal weiter in die Karibik,
wo das Schiff am 4. Jan. 1918 von diesen Aufgaben entbunden wurde.
Weitere Stationen waren danach Puerto Cortes, Key West und New Orleans bis das Schiff in Charleston S.C.
am 1. Febr. 1918 ins Trockendock ging. Ende April 1918 wurde das Schiff dem American Patrol Detachment
überlassen mit
Geleitschutzaufgaben entlang der Atlantikküste. Am 19. Juni 1918 verließ das Schiff
New York südwärts und wurde am 21. Juni durch das us.-amerik. Handelsschiff
FLORIDA gerammt und sank als Folge der Kollision vor Küste von North Carolina.
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Begleitschiffe der SMS. GEIER und Handelsschiffe, die ab Kriegseintritt mit der
SMS. GEIER zusammengetroffen sind:
BOCHUM am 5. Aug. aus Makassar ausgelaufen, 6. - 23. Aug. 1914 Begleitschiff von GEIER, dann nach Manila entlassen, Ankunft dort 23. Aug. 1914.
ELMSHORN 5. Aug. aus Makassar ausgelaufen, 6.- 7. Aug. 1914 Begleitschiff von GEIER, danach entlassen nach Makassar und Pulo Laut. 8.-15. Aug. erneut Makassar, zurück zum Kreuzergeschwader und zu GEIER und am 23. Aug. 1914 entlassen nach Manila, Ankunft 29. Aug. 1914.
LOCKSUN ausgelaufen Manila am 16. Aug., Treffen 22. Aug. 15. Okt. 1914 Ankunft Honolulu mit SMS. Geier
MARKOMANNIA 20. Aug. 1914 Treffen mit GEIER, Beförderung von Post der GEIER mit diesem Schiff unwahrscheinlich, da das Schiff bis zum 30. Sept. bei der EMDEN als Begleitschiff verblieb.
TSINGTAU ausgelaufen aus Manila am 20. Aug., 22. Aug.- 15. Sept. 1914 Begleitschiff der GEIER, danach von Majuro (Marschall-Inseln) nach Manila entlassen
Verwendung eigener Brief- und Poststempel auf GEIER:
Letzte mögliche Friedenspost aus Singapur vom 28. Juli 1914 (bisher nicht belegt)
Mögliche Postabgaben vor der Internierung in Honolulu durch Beförderung der Post mit entlassenen Begleitschiffen:
BOCHUM Postaufgaben an Bord bis zum 5. Aug. 1914
ELMSHORN Postaufgaben an Bord bis zum 7. Aug. 1914
ELMSHORM Postaufgaben an Bord bis zum 23. Aug. 1914
TSINGTAU Postaufgaben an Bord bis zum 15. Sept. 1914
Bisher sind keine Postabgaben aus diesem Zeitraum bekannt geworden.
Verwendung der Postausrüstung MSP 67 in der Kriegszeit
2. Aug. 1914 -ca. Sept. 1916.
Die genaue Verwendungszeit lässt sich nicht feststellen. Nachgewiesen ist die Verwendung bisher nur
bis Ende Febr. 1916. Im Okt. 1916 wurde die Postausrüstung nicht mehr verwendet, sondern ein Einzeiler "PRISONER OF WAR", obwohl kein Kriegszustand herrschte und die Besatzung damals noch keine Kriegsgefangenen waren.
1915 wurde eine kleine Jahreszahl "15" verwendet und 1916 kommt der der Stempel ohne Ordnungsnummer und Jahreszahl vor (Febr. 1916). Von 1917 ist bisher keine Post mit dem Postaufgabestempel bekannt geworden.
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Post aus der Zeit vor der Internierung in Honolulu.
2. Aug. 1914 - 7. Nov. 1914 Postabgaben über die Versorgungsschiffe möglich, aber bisher nicht bekannt.
Post aus der Zeit der Internierung.
7. Nov. 1914 - 7. April 1917, danach Post nur noch aus den Gefangenenlager Schofield Barracks, Honolulu und
Fort Douglas, Utah.
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