Schiffspost
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Aktuelle Nachrichten

von der Arge!

Schiffspost



Bisherige "Aktuelle Informationen", die schon etwas älter sind, also nicht mehr aktuell,
finden Sie in unserem "Archiv" wieder, nur auf diese Zeile klicken!


Bei der Arbeitsgemeinschaft Schiffspost ist das Jubiläums- Rundschreiben Nr. 150 !!! mit farbigen Abbildungen erschienen.
Aus dem Inhalt u.a. :
  • Infos und Hinweise zur SEEPOSTA 2016, die innerhalb der NORDPOSTA im April 2016 in Hamburg stattfindet.
  • Ein in einem Antiquariat entdeckter ausführlicher Bericht aus dem Jahre 1926 über den Überseebriefverkehr !!!
  • Die Schiffe mit dem Namen "Emden" in der Kaiserlichen Marine
  • Post des Hilfskriegsschiffes "Donau" im 1. Weltkrieg
  • MS "Monte Pascoal", 17.09.1930 - 03.02.1944 (31.12.1945 )
  • Der Dampfer "Tirpitz" der Hugo Stinnes Linie im Südamerika Dienst
  • Das Dr.Locy-System der amerikanischen Marine, Teil 6/1
  • Aktuelle Meldungen und Notizen

    Interessenten wenden sich an den Leiter der Arge Schiffspost,
    Herrn Friedrich Steinmeyer, Anschrift, email siehe am Ende dieser Seite.




SEEPOSTA auf der NORDPOSTA

Hamburg vom 8.-10. 04. 2016

von Wilhelm Brockmann.

Seeposta
Objektiv: die Veranstalter, Aussteller und Händler haben sich viel Mühe gegeben!
Subjektiv: die eigentlich relativ kleine Halle hätte auch mehr Besucher unterbringen können.
Der Freitag war naturgemäß ruhiger, der Samstag dann relativ gut besucht und der Sonntag eigentlich sehr ruhig.
Seeposta
Der Stand der Arge Schiffspost mit Herrn Steinmeyer und mir war ebenfalls zeitweise gut besucht.
Insgesamt zählten wir an die 27 Mitglieder - zusätzlich zu den übrigen Besuchern.
Unser Mitglied Max Jäger aus Schwäbisch-Gmünd, der an allen drei Tagen dort war, hatte wohl den weitesten Weg!
Es war sehr erfreulich, bekannte Gesichter zu sehen und neue kennen zu lernen - vielen Dank für Ihren Besuch!
Wir boten an unserem Stand unsere Literatur an. Außerdem hatten Herr Steinmeyer und ich Belege mitgebracht, die wir sehr günstig anboten - und auch einiges an "den Mann" bringen konnten.
Am Rande: obwohl meine Belege "für 1 €" angeboten wurden, waren ein paar wenige Ausnahmen auffällig gekennzeichnet mit einem entsprechenden großen gelben Zettel.
Der Sammler, der den 15 € - Beleg dann unter die 1 € - Belege gelegt und selbst gezählt bezahlte, möge sich meinetwegen an dem Schnäppchen erfreuen! Es soll ihn immer wieder an Hamburg erinnern…

Seeposta

Freitagabend hielt unser Mitglied Bernd Essler einen sehr ausführlichen und durch entsprechende Poststücke belegten Bericht über die Schiffspost vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
Sehr intensiv und mit viel Wissen und "Herzblut" vorbereitet und vorgetragen - herzlichen Dank.
Bedauerlich war, dass an dem Tag noch 8 Personen ihre Teilnahme absagten. So war der Kreis dann sehr überschaubar geblieben. Aufgrund der fortgeschrittenen Stunde kam nach dem anstrengenden Tag dann leider auch kein "gemütliches Zusammensein mit Tausch" mehr zustande.
Folgende Sammlungen waren auf der NORDPOSTA / SEEPOSTA zu sehen und erhielten die nachstehende Bewertung:
Seeposta
Unter "Postgeschichtliche Sammlungen:"
Fregatte USS CONSTITUTION - Marineschiffspost - Günter Steiger, Hannover - Vermeil
Unter "Thematische Philatelie":
Die Vogelfluglinie und ihre Fährschiffe - Carsten Waldhauer, Oberhausen - Vermeil
Schulen unter Segel - Die Entwicklung der Segelschulschifffahrt - Ute Böckel, Lüneburg - Vermeil

Und in der "Offenen Klasse" (die leider nur fünf Sammlungen zeigte):
US NAVY - moderne Schlachtschiffe 1941-1991 - Günter Steiger, Hannover - Platz 4

Für die insgesamt 47 ausgestellten Sammlungen wurde 28 x Gold, 16 x Vermeil und 3 x Silber vergeben.
Allen unseren Mitgliedern an dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch zu dem Erfolg!
Unser ehemaliges Mitglied Hans-Ulrich Ruffing erhielt für seine Sammlung "Die Schiffspost-R-Zettel der deutschen Bundesmarine mit 79 Punkten eine Gold-Medaille! Eine wirklich herausragende Sammlung, die in dieser Vielfalt sicher nicht wieder zusammengetragen werden kann!
Einen herzlichen Glück daher auch von uns zu dieser Sammlung.

Rechts auf dem Bild die beiden Chefs der Arge Schiffspost, Friedrich Steinmeyer (r) und Wilhelm Brockmann.

Seeposta




Post des Hilfskriegsschiffs "Donau" im 1. Weltkrieg
von Holger Hansen, Essen.

"Donau", ex."City of Bradford", wurde 1903 bei Earle´s Co. Ltd. in Hull gebaut, 1349 BRT, Länge 78,18 m, 10,50 m breit.
Schiffseigner war die Great Central Railway Co., Grimsby. Am 4.8.1914 wurde das Schiff in Hamburg als Embargoschiff beschlagnahmt.
Im Jahre 1915 wurde es zu einem Werkstattschiff umgebaut. Wie aus dem nachfolgenden Beleg ersichtlich ist, führte das Schiff im Juni 1916 noch immer den Namen "City of Bradford", die Umbenennung erfolgte später, erste Post mit dem neuen Namen "Donau" ist von 1917 bekannt.
Donau
MSP 213 (U-Suchflottille) vom 14.6.16 auf Fp-Karte aus Swinemünde nach Berlin,
Absenderangabe auf der Karte S.M.H."City of Bradford" II.S.Halbflottille
1916 wurde es Mutterschiff der 1.Such-Halbflottille Ostsee; 1918 war das Schiff dann in der Nordsee als Führerschiff der 3.Halbflottille der I.Geleitflottille eingesetzt.

Die zahlreichen zur Flottille gehörenden Boote lieferten ihre Feldpost an das Führerschiff ab, wo diese dann mit dem dort zur Verfügung stehenden Stempel versehen wurde, um der aufgegebenen Feldpost Portofreiheit zu gewährleisten.
Die genaue Herkunft ist letztlich nur an der Absenderangabe zu ersehen, sofern auf der Feldpost überhaupt angegeben.
Bekannte Stempel auf Feldpost sind die dem Kommando "Donau" zugewiesene
Marineschiffspost-Ausrüstung Nr.242 (Stempel-Typ II, Metallstempel), verwendet von Jan.1917 - Jan.1919 "Donau" bzw. "1.Suchhalbflottille", teilweise kommen Mitverwendungen des Stempels 242 von Booten der 2.Suchhalbflottille vor, sowie
Briefstempel des Kommandos S.M.H."Donau", der bislang allerdings lediglich als Absenderstempel in violetter Farbe auf der Rückseite eines Belegs aus März 1918 registriert wurde, siehe Rundschreiben 128, S.5996.
Als frontseitige Verwendung zur Kennzeichnung der Feldpost ist der unten abgebildete Beleg noch nicht registriert, zu ergänzen wäre daher a.a.O. im R:
8. MSP 242 Kommando S.M.H "Donau" : vs-v-1/17

Briefstempel des Kommandos S.M.H. "Donau" auf Feldpostkarte an S.M.S. "Lothringen", geschrieben am 5.1.17 von einem Besatzungsmitglied des Boots "Elbe".
Donau
"Elbe", 166 BRT, gebaut 1911, gehörte ab Februar 1916 zur 1. U-Such-Halbflottille bis 1918.
Am Aufgabetag dieser Karte, dem 5.1.17, soll lt. Crüsemann II-Handbuch Seite 157 bereits der MSP-Stempel Nr.242 auf "Donau" gewesen sein, ist aber offenbar noch nicht benutzt worden.
Donau
Marinesache (verkleinert) der Kassenverwaltung S.M.H."Donau" mit MSP Nr.242 vom 6.8.18 nach Kiel ohne weitere Angaben auf der Rückseite
MSP Nr.242 vom 8.4.18 auf Feldpost-Brief nach Göttingen, rückseitige Absenderangabe: Torpedoboot "A 71", 3. Geleit-Halbflottille
Donau
Nur in der kurzen Zeit vom 22.Februar bis zum 4.Mai 1918 gehörte das Torpedoboot, das erst am 13.8.1917 in Dienst gestellt wurde, zur 3.Halbflottille der I. Geleitflottille.
Am 4.5.18 lief "A 71"in der Nordsee auf eine Mine und sank, wobei 6 Besatzungsmitglieder den Tod fanden.

Weitere Post aus der Geleitflottillen-Zeit der "Donau" liegt mit dem MSP-Stempel 242 vor, und zwar vom 4.6.18 vom Torpedoboot "A 86" der 3.Halbflottille der I. Geleitflottille.
Dieses Boot war im März 1918 in Dienst gestellt worden und gehörte von Mai bis November 1918 dieser Halbflottille an.

Quellenangaben:
Crüsemann-Schlimgen Handbuch und Stempelkatalog 1914-1919, Bd.1-7
Erich Gröner, Die deutschen Kriegsschiffe 1815-1945, Bd.2 Torpedoboote u.a.




Tirpitz
Aus der See- und Schiffspostgeschichte der Inflationszeit

Der Dampfer "Tirpitz" der Hugo Stinnes Linie im Südamerika Dienst
von Friedrich Steinmeyer

Der Frachtdampfer "Tirpitz" wurde am 2.3.1921 auf der Flensburger Schiffsbaugesellschaft, Flensburg, unter der Baunummer 356 erbaut.

Der Dampfer war 7970 BRT groß, 143,58 m lang, 17,75 m breit, 11 Knoten schnell, hatte 53 Mann Besatzung und beförderte bis zu 18 Passagiere.
Das Schiff wurde am 26.5.1921 an die Hugo Stinnes Linie ausgeliefert und danach von der Reederei in deren Hamburg-Südamerika-Dienst eingestellt.
Ende 1926 wurde das Schiff von der Kosmos Linie übernommen und am 29.12.1927 vonn der Hapag gekauft. Am 27.08.1939 in Malaga interniert, am 18.3.1940 an die Hamburger Reederei GmbH verkauft.
Am 22.07.1941 von der Kriegsmarine beim Unternehmen "Sonnenblume" eingesetzt.
Am 23.07.1941 vor San Remo nach Minentreffer gesunken.

Tirpitz
Tirpitz
Das Schiff wurde mit einem Bordpostamt ausgerüstet, das den Ovalstempel "Deutsche Seepost / Linie / Hamburg- / Südamerika" mit der römischen Kennziffer "VI" (Stempel "219") erhielt, siehe oben links.
Die Abb. oben rechts zeigt eine Postkarte von der Jungfernreise der "Tirpitz".
Die tarifgerechte Frankatur von 240 Pfg. der Karte nach Buenos Aires wurde in Vigo am 30.5.1922 mit dem Stempel "219" gestempelt.
Der Stempel wurde bis 1926 verwendet. Die letzte Verwendung zeigt die letzte Abb. unten auf einem Brief mit dem Seepoststempel "219" vom 27.12.1926.
Tirpitz
Die nebenstehende Abbildung zeigt einen Brief der Fa. August Ascher, Hamburg, an eine Bank in Buenos Aires, der am 3.1.1923 beim Empfänger eintraf.
Der Auslandsbrief erhielt vom Absender den handschriftlichen Leitvermerk "Per D. Tirpitz" und die Frankatur aus der Portoperiode vom 20.09. - 30.09.1923 wurde nicht mit dem Seepoststempel "219" entwertet sondern mit dem Einzeiler des Bordpostamtes "D. Tirpitz".
Die Gebühr für diesen Brief betrug für 20g = 750 TM, jede weitere 20g = 375 TM = 1.125 Millionen Mark.
Die verwendete Frankatur von 9 * 125 TM (Michel Nr. 291) entspricht diesem Wert, ist also tarifgerecht verwendet worden.
Von der gleichen Fahrt des Dampfers "Tirpitz" stammt der nebenstehende Brief von der Fa. Braue & Co., Hamburg, an eine Bank in Buenos Aires mit dem handschriftlichen Leitvermerk "Per S/S Tirpitz" entwertet.
Bei dem Brief handelt es sich um einen Auslandsbrief bis 40g mit Zusatzleistung Einschreiben und stammt aus der Portoperiode vom 20.09. bis 30.09.1923 mit folgenden Gebühren:
750 TM für 20g, jede weiteren 20g = 375 TM, R-Gebühr 250 TM = 1.375 Millionen Mark.
Frankiert wurde der Brief mit 13 * 100 TM + 2 * 50 TM = 1,4 Millionen Mark, damit ist der Brief mit 25 TM überfrankiert.
Tirpitz
Eine richtige Frankatur war nicht tarifgerecht herzustellen.
Vermutlich waren die dafür benötigten Marken nicht an Bord.
Die niedrigste Marke wird die 50 TM an Bord gewesen sein, daher ist die Überfrankatur belanglos. Ob der Brief als R-Brief befördert wurde, geht aus dem Brief nicht hervor, da ein R-Zettel fehlt.
Der Brief erreichte dem Empfänger ebenfalls am 8.11.1923.
Tirpitz
Brief nach Buenos Aires, aufgegeben beim Bordpostamt des Dampfers "Tirpitz", die tarifgerechte Frankatur zu 25 Pfg. aus der Portoperiode 01.01.1925 - 31.07.1927 wurde entwertet mit dem ovalen Seepoststempel "219" der Linie "Hamburg-Südamerika" mit der Kennziffer "VI" am 27.12.1926.
Das ist die bis jetzt späteste bekannte Verwendung des Seepoststempels "219".



Quelle:
Die Berichte dieser Seite stammen von Wilhelm Brockmann von der Arbeitsgemeinschaft Schiffspost im Bund Deutscher Philatelisten e.V.
email:   Wilhelm.Brockmann@t-online.de


Interessenten wenden sich an den Leiter der Arge Schiffspost, Herrn Friedrich Steinmeyer, Grosse Fuhren 35, D-27308 Kirchlinteln.
email:   F.Steinmeyer@t-online.de  

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