Schiffspost
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Aktuelle Nachrichten

von der Arge!

Schiffspost



Bisherige "Aktuelle Informationen", die schon etwas älter sind, also nicht mehr aktuell,
finden Sie in unserem "Archiv" wieder, nur auf diese Zeile klicken!


Bei der Arbeitsgemeinschaft Schiffspost ist das Rundschreiben Nr. 159 mit farbigen Abbildungen erschienen.
Aus dem Inhalt u.a. :
  • Hinweise zum Jubiläumstreffen 2019.
  • Die Postbeförderung zwischen Deutschland, den mittelamerikanischen Staaten und den Westindischen Inseln mit Schiffen der deutschen Reedereien von 1871 bis 1939, 7. Fortsetzung.
    Dabei ein Bericht "Schiff voll Früchte und fast verhungert".
  • Deutsche Seepost, Linie Hamburg - Mexico, Kennbuchstabe "a".
  • Eine kritische Betrachtung über den Sinn oder Unsinn von Farbbezeichnungen der Postwertzeichen der Deutschen Auslandspostämter und der ehemaligen Deutschen Kolonien durch Prüfer des Bundes Philatelistischer Prüfer (BPP).
  • 100 Jahre der Selbstversenkung der Kaiserlich Deutschen Flotte in der Bucht von Scapa Flow.
  • SMS PLANET sowie die Peilboote SMS PEILBOOT III, SMS PEILBOTT IV und der Ablösungstransport mit RPD ZIETEN bei Ausbruch des 1. Weltkrieges.
  • Die Post des Hilfskreuzer LEOPARD im 1. Weltkrieg.
  • Schiffspost der DDR, Umschläge, Karten und andere Druckerzeugnisse des
    MS "Völkerfreundschaft" und GTMS "Fritz Heckert" 1960 - 1985, Teil 4.
  • Aktuelle Meldungen und Notizen, u.a.mit Literaturmeldungen
  • Such- und Tauschmeldungen

Interessenten wenden sich an den Leiter der Arge Schiffspost,
Herrn Friedrich Steinmeyer, Anschrift, email siehe am Ende dieser Seite.

Einige Artikel aus dem Rundschreiben finden Sie auch auf dieser Internetseite.



Info von Herrn Brockmann:
Beim Druck des Rundschreibens 159 ist leider auf seite 8476 durch einen Fehler beim Layout die falsche Karte abgebildet worden.
Das hat unser Mitglied Ernst-G. Schilling sofort entdeckt! Für diesen Fehler bitte ich um Entschuldigung.
Richtig gewesen wäre die hier veröffentlichte Karte. Unsere Mitglieder können nun entweder
a) das Bild kopieren und einkleben, oder
b) bei mir mit einem Freiumschlag einen Farbausdruck in der entsprechenden Größe der Katalogabbildung anfordern und diese dann einsetzen.
Anschrift:
Wihelm Brockmann, Rühler Str. 26, 37619 Bodenwerder
email:   Wilhelm.Brockmann@t-online.de



Hotel
Stempel
Einladung !

1969 - 2019       50 Jahre Arbeitsgemeinschaft Schiffspost im BDPh.e.V.


Jubiläumstreffen vom 13.-15. September 2019 im Hafenspeicher Hotel in Leer (4 Sterne), Ledastr. 23, 26789 Leer.
Am 17. November 2018 haben sich der Leiter der Arge NAVICULA, Herr Ingo Maahz, Wilhelm Brockmann und Friedrich Steinmeyer von unserer Arge Schiffspost zu einem Gespräch für unsere Jubiläen in Leer getroffen und stellen Ihnen nachfolgend das Ergebnis vor:
Anfahrt der Naviculaner am Donnerstag, 12. Sept.2019, (wer bis 13:00 Uhr am Freitag dort sein kann, nur 2 Übernachtungen).
der Arge-Schiffspost-TeiInehmer, Freitag 13.Sept. 2019
Donnerstag: 19:00 - 22:00 Uhr Vorstandssitzung der Arge NAVICULA
Freitag: 13:00 - 18:00 Uhr Vollversammlung der Arge NAVICULA
Freitagabend: Gemeinsames Abendessen 18:00 Uhr im Hotel. Anschließend Tausch, Plausch und Info's für alle.
Samstag: vormittags Altstadtführung in Leer mit ostfriesischer Teezeit,
Nachmittags: Fahrt zur Meyer-Werft, Papenburg, mit Besichtigung.
Abends: Gemeinsames Abendessen und unsere Jubiläumsfeier.
Sonntag, 15. Sept. ist der Abreisetag bis 11:00 Uhr.
Nachfolgende Angaben sind unter Vorbehalt.
Preis incl. aller vorgenannten Angebote für die Zeit vom 13.- 15.9.19,
2 Tage, 2 Übernachtungen: im Doppelzimmer: 450,00 €, dito im Einzelzimmer: 295,00 €
Preis incl. aller vorgenannten Angebote für die Zeit vom 12.- 15.9.19,
3 Tage, 3 Übernachtungen: im Doppelzimmer: 590.00 €, dito im Einzelzimmer: 420,00 €
Verbindliche Anmeldunqen bis zum 30.07.2019

Vermutlich ist dieses Treffen für einige Sammlerfreunde die letzte Gelegenheit, dass wir uns noch einmal sehen und sprechen können. Daher würden sich beide Vorstände freuen, wenn wir Sie zahlreich begrüßen können.
Da wir Ihnen keine Ausstellung bieten können, bitten wir Sie, aus Ihren Sammlungen einige schöne Seiten mitzubringen, die wir dann gemeinsam betrachten können zur Freude aller.
Wir möchten Sie bitten, uns bald eine vorläufige Anmeldung zu senden, damit wir die Räumlichkeiten planen können. Die verbindliche Zusage muß dann bis zum 30.7.2019 erfolgen.
Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches und gesundes Neues Jahr 2019.
Kirchlinteln, im Dezember 2018,     Friedrich Steinmeyer / Wilhelm Brockmann.



Ein detaillierter Bericht über die "Postbeförderung zwischen Deutschland, den mittelamerikanischen Staaten und den Westindischen Inseln mit Schiffen der deutschen Reedereien von 1871 bis 1939" geht nun in die 7. Fortsetzung.
Dabei auch ein interessanter Bericht aus dem Jshre 1904 "Schiff voll Früchte und fast verhungert".

Diesen Bericht bekommen Sie angezeigt, wenn Sie auf das obige Bild "ATHOS" klicken.



DEUTSCHE SEEPOST - LINIE-HAMBURG-MEXICO Kennbuchstabe a".

Eine Nachbetrachtung zur Veröffentlichung der im Handbuch Band III aus dem Jahr 2002 bearbeiteten Seepostlinie von Hamburg nach Mexico, Seiten 59-60/2002, wie nachfolgend abgebildet.


"Brief an den Sammler George S. Hill, Philadelphia, USA. Die Frankatur wurde unter dem 14.11.1931 mit dem Seepoststempel " 143" LINIE HAMBURG-MEXICO - Kennbuchstabe "a" entwertet. Zusätzlich wurde der Rechteckstempel "Postdampfer / GOTHA / Norddeutscher Lloyd / Bremen" angebracht.
Diese Verwendung stellt uns vor ein Problem. Im Fahrplan des NDL war das Schiff im November 1931 im Mittelmeer-Amerika-Dienst eingesetzt und könnte eine Reise im Mexico-Dienst mit dem Seepoststempel "143" absolviert haben.
Danach müsste der Stempel an den Dampfer "SIERRA VENTANA" übergegangen sein. Unsere Theorie könnte durch die Vorlage eines vom Dampfer "GOTHA" stammenden Bedarfsbe/eges bewiesen werden.
Wir haben die Vetwendung trotzdem im Katalog aufgenommen.

16 Jahre mußten vergehen, bis dieser Beweis geliefert wurde. Unser Sammlerfreund Alexey Babochkin, Moskau, sandte uns den nachfolgend abgebildeten Beleg, der einwandfrei vom NDL-Dampfer "GOTHA" bearbeitet wurde.

Brief nach Hamburg, aufgegeben beim Bordpostamt des NDL-Dampfers "GOTHA", die Frankatur entwertet mit dem Seepoststempel " 143" LINIE HAMBURG-MEXICO - Kennbuchstabe "a" unter dem 7.11.1931, also von der gleichen Fahrt wie der vorseitig abgebildete Beleg.
Der Absender hat seine Adresse "Passagier a/Dampfer Gotha" per Schreibmaschine angegeben. Ein sehr schöner Nachweis für den Seepoststempel " 143"LlNlE HAMBURG-MEXICO mit dem Kennbuchstaben "a' (Sammlung Alexey Babochkin, Moskau).

Nachfolgend können wir eine weitere bislang unbekannte Verwendung des Seepoststempels "143" LINIE HAMBURG-MEXICO mit dem Kennbuchstaben "a" aus dem Jahr 1929 vorstellen.

Postkarte nach Warschau, Polen, aufgegeben an Bord des Dampfers "NORDFRIESLAND" der OZEAN-LINIE der Reederei H. Schuldt, Flensburg).
Die Frankatur wurde entwertet mit dem Seepoststempel " 143" LINIE HAMBURG-MEXICO mit dem Kennbuchstaben "a" am 9.2.1929.
Allem Anschein nach war der Dampfer "RIO PANUCO", der den Seepoststempel "143" von 1925 - 1931 führte in der Werft und die Reederei H Schuldt, Flensburg, setzte ihren kleineren Dampfer "NORDFRIESLAND" für die Fahrt nach Westindien und Mexico als Ersatz ein und übemahm wohl auch die Postausrüstung für einige Reisen.
Die vorliegende Postkarte ist bislang der einzig bekannte Beleg mit einer Verwendung an Bord der "NORDFRIESLAND". Vielleicht besitzen Sie lieber Leser einen ähnlichen Beleg und melden ihn mir.

Die im Handbuch, Band III, ändert sich wie folgt:

  • 1925 - 1931 D. RIO PANUCO
  • Dezember 1928 D. NORD-FRIESLAND
  • November 1931 D. GOTHA
  • 1932 - 1934 D. SIERRA VENTANA

Bildseite der Postkarte mit der Abb. des Dampfers "NORD-FRIESLAND".
Die Bildseite der beschriebenen Postkarte zeigt ein Gemälde des Marinemalers Schmidt, Hamburg. Das Schiff steuert den Hafen von Havanna an, so sagt es die auf der Anschriftseite gedruckten Angaben.
Zum Schluß noch einige Angaben zum Dampfer "NORD-FRIESLAND":
Das Schiff wurde 1921 auf der Werft Furness Shipbuilding Ltd, Haverton Hill, erbaut.
4564 BRT / 110,53 m lang / 15,92 m breit / 12 Knoten / Passagiere: ? / 44 Mann Besatzung.
18.3.1921 Ablieferung als LOUISIANA an die AS Norge Mexico Gulf Linjen, Oslo /
7.3.1928 als "NORD-FRIESLAND" an die Ozean Dampfer AG (H. Schuldt), Flensburg /
Januar 1931 Ankauf durch den NDL, umbenannt in MÜNSTER und im Dienst von Bremen nach Südamerika eingesetzt /
11.1934 an die Hamburg-Süd verkauft, weiter in Bremen registriert /
3.12.1937 umbenannt in CORRIENTES / 9.1939 in Las Palmas aufgelegt /
1.9.1943 als MONTE MONCAYO nach Bilbao / 10.12.1957 gestrandet.



100 Jahre der Selbstversenkung der Kaiserlich Deutschen Flotte in der Bucht von Scapa Flow.

Horst Lüddicke, Dieskaustr. 272, 04249 Leipzig

Am 21. Juni 1919 erging von dem Kommandierenden Vize-Admiral Ludwig von Reuter ab 1 1 Uhr zwanzig der Befehl zur Selbstversenkung der gesamten Deutschen internierten Flotte in der Bucht von Scapa Flow.
Durch Winkspruch Stander Z vor - versenken wurde der Befehl an alle Schiffseinheiten weitergegeben. Ein logistisches Meisterwerk.

12 Uhr 16 sank als erste Einheit das Linienschiff Friedrich der Große. Nur fünf Schiffseinheiten konnten die Engländer an Land ziehen.
Admiral von Reuter mit seinen ergebenen Offizieren gelang es die gesamten Absprachen zur Versenkung geheim zu halten.
Er hielt sich an den Talleyrandischen Spruch: "Ein geschriebenes Wort und ich bringe dich an den Galgen".
So ließ Admiral von Reuter Berichte an die Admiralität in Deutschland auswendig lernen um der Gefahr zu entgehen, das die Engländer mitlesen konnten.
Im Vorfeld des Versenkungzages ließ Admiral von Reuter die verschlüsselten Weisungen zur Versenkung durch die englischen Postboote (Drifter) an alle internierten Schiffe verteilen.

Uns als Philatelisten interessiert der Postverkehr von und zu der internierten Flotte. In mehreren Etappen erfolgte der Rücktransport der nicht mehr benötigten Marineangehörigen.
Von den rund 20.000 Mann Besatzung die zur Überführung des Schiffsverbandes nötig waren, blieben bis zur Versenkung rund 5.000 Mann übrig.
Am 3. Dezember 1918 erfolgte der Rücktransport durch die Dampfer "Sierra Ventana" (NDL) und "Graf Waldersee" (NDL).
Am 7. Dezember 1918 durch die Dampfer "Pretoria" (DAL) und "Bürgermeister" (DOAL) am 13. Dezember 1918 durch die Dampfer "Bremen" (NDL) und "Batavia" (Hapag).
Mit diesen Dampfern gelangte die erste Post aus Scapa Flow nach Deutschland. Viel Post wurde auch von den Rückkehrern über die Hafenpostämter der Nord- und Ostsee aufgegeben.
Hier kann man im Ansichtskarten Bereich durchaus noch etwas Unbekanntes finden. Die Postversorgung erfolgte wöchentlich durch die Postschiffe; Kreuzer "Königsberg", "Regensburg" und die Torpedoboote "B 97" und "B 98".
Ab Januar 1919 waren zur Versorgung der Schiffe der Marineversorgungsdampfer "Dollart" und der Frachtdampfer "Reiher" eingesetzt.
Bis Mitte Dezember 1918 fand keine Postzensur durch die Engländer statt. Post aus diesem Zeitraum ist meistens nur an handschriftlichen Daten zu erkennen, außer sie wurde durch die auf den Schiffen befindlichen Marineschiffsposten bearbeitet.

Ab 30. Dezember 1918 begann die Zensur durch die Engländer für ausund eingehende Post. Die Post war offen einzuliefern. Auch die Soldatenräte auf den Schiffen zensierten geheim die Post der Offiziere nach Deutschland ohne Spuren.
Daneben wurde, obwohl nicht erlaubt, viel Post schwarz durch die Post und Versorgungsdampfer befördert.
Selbst Admiral von Reuter benutzte diese "schwarze" Post.

Man sollte grundsätzlich alle Marinepost vom 11.11.1918 bis 21.6.1919 intensiver betrachten, ob sie mit Scapa Flow in Verbindung stehen.
Da Admiral Reuter bei der Einfahrt in Scapa Flow die Deutsche Kriegsflagge einholen musste, aber die Admiralitätsflagge und den Kommandantenwimpel setzen durfte, blieb die Souveränität Reuters über den gesamten Verband erhalten.

Anschließen zeige ich Ihnen noch zwei Belege aus der Internierung.


Die Abb. 1 zeigt einen durch die Engländer zensierter Brief (Zensuretikette) vom Kleinen Kreuzer "Brummer". Absender war der Maschinenmaat A. Thiem, 5 Brummer, z.Z. interniert, Scapa Flow England, Überführungsverband W.hafen.
Der Brief wurde bearbeitet durch die Marineschiffspost "Nr. 1 1 1" am 23.2.1919. Der Kleine Kreuzer "Brummer" war ein Minenkreuzer.
Stapellauf 11.12.1915, Indienststellung am 2.4.1916, Bauwerft Vulkan Stettin, Besatzung 309 Mann, Internierungskommandant vom 18.11.1918 - 21.6.1919 war der Kapitänleutnant Prahl.
Der Kleine Kreuzer "Brummer" sank am 21.6.1919 um 13 Uhr und 5 Minuten.?

Die Abb. 2 zeigt einen durch die Engländer zensierten Brief (Zensuretikette) vom Linienschiff "Kronprinz Wilhelm".
Absender: Heizer Rother, Kriegsschiff "Kronprinz Wilhelm" interniert in England Scapa Flow, über Sammelstelle Wilhelmshafen.
Der Stapellauf des Linienschiffes erfolgte am 21.2.1914 auf der Bauwerft Germania Kiel, die Indienststellung war am 8.11.1914. 1136 Mann Besatzung.
Die "Kronprinz Wilhelm" nahm an der Skagerrak-Seeschlacht ohne Gegentreffer teil.
Internierungskommandant vom 18.11.1918 21.6.1919 war Kapitänleutnant Becker.
Das Schiff sank am 21.6.1919 um 13 Uhr und 15 Minuten. Während der Versenkung wurde der Heizer Karl Bauer durch Beschuss eines englischen Drifters tödlich verwundet.
Als die Engländer die Schiffe vor Scapa Flow auf Abrüstung kontrollierten, haben sie sich sehr geärgert, dass die Geschützverschlüsse sowie die Artillerie und Torpedokommandoelemente ausgebaut waren.
Sie erhofften sich, die neuen, modernen Entwicklungen der Deutschen Marine für ihre Zwecke zu nutzen.

Verwendete Literatur:
Scapa Flow, 1963, Friedrich Ruge
Deutsche Marineschiffspost 1914-1940, Crüsemann
Die Deutschen Kriegsschiffe, Steinmetz
Scapa Flow, Andreas Krause, 2001
Rangliste der Kaiserlich Deutschen Marine 1918
Scapa Flow im Wandel der Zeit, Sauermilch, 2004
Reichsmarinepost in der Inflationszeit, eigenes aufgelöstes Ausstellungsexponat (im Internet einsehbar).



Einen detaillierten Bericht über "SMS Planet sowie die Peilboote SMS PEILBOOT III, SMS PEILBOOT IV und der Ablösungstransport mit RPD ZIETEN bei Ausbruch des 1. Weltkriegs" bekommen Sie angezeigt, wenn Sie auf das obige Bild klicken.



Die Post des Hilfskreuzers LEOPARD im 1. Weltkrieg

Holger Hansen, Essen

Am 11. Dezember 1916 wurde im Atlantik der mit Kriegsmaterial beladene britische Dampfer YARROWDALE vom deutschen Hilfskreuzer MÖWE aufgebracht und am 31.12.1916 mit einer Prisenbesatzung in Swinemünde eingebracht.
YARROWDALE war 1912 auf der Werft von W. Dobson & Co. In Newcastle gebaut (BRT 4.652, 124,7 m lang, 15,85 m breit, 13 kn).
Anfang Januar baute man das Schiff auf der Kaiserlichen Werft in Kiel zum Hilfskreuzer um, wobei zunächst der Tarnname Hilfsschiff E verwandt wurde.
Das Schiff erhielt eine Bewaffnung von fünf 10,5-cm und vier 8,8-cm Schnellfeuerkanonen sowie zwei 50-cm- Torpedorohre.
LEOPARD sollte nach dem Vorbild der erfolgreichen Hilfskreuzer MÖWE und WOLF Handelskrieg führen.
Im Januar 1917 erhielt das Schiff die Marine- Schiffspostausrüstung No. 6, die vor dem Krieg auf SMS VICTORIA LOUISE zum Einsatz kam.

MSP No.6 vom 2.3.17 auf Feldpost-Karte des Marine-Zahlmeisters Wolter an seinen Vater, mit zusätzlichem Einzeller: S. M. Hilfsschiff"E" der Ostsee, der Tarnbezeichnung des Hilfskreuzers

Am 27.2.1917 erhielt der Kommandant des LEOPARD, Hans von Laffert, geb. 25.5.1879, der zuvor als 1. Offizier auf SMS HELGOLAND und WESTFALEN in Diensten stand, den Einsatzbefehl, nach durch die Ostsee auszulaufen mit der Aufgabe in einem geeigneten Gebiet Handelskrieg zu führen.
Dabei war ihm ausdrücklich anheimgestellt worden, die Unternehmung im Falle starker feindlicher Gegenwirkung oder vermuteter Beobachtung abzubrechen bzw. zu verschieben. Hauptangriffsziel sollte die feindliche Getreidezufuhr sein, die von Mitte März ab auf den Wegen vom La Plata und vom Kap der Guten Hoffnung erfolgen sollte. Bei Aussichtslosigkeit der Unternehmung war im Befehl angeordnet, das Schiff aufzulegen, vorzugsweise in den Festlandhäfen der südamerikanischen Republiken.
Am 10. März 1917 verließ der Hilfskreuzer LEOPARD den Kieler Hafen. Später fuhr man unter norwegischer Flagge als Dampfer RENA. Kurz zuvor hatte man Laffert durch Telegramm davon informiert, dass die britischen Bewachungslinien im fraglichen Durchbruchsgebiet die Blockade zwischen Schottland und Grönland in den letzten Tagen und Wochen deutlich verstärkt worden waren, was durch Abhören des britischen Funkverkehrs in Erfahrung gebracht worden war.
Noch am Tage des Auslaufens erhielt Laffert den Funkspruch: "In Anbetracht der größeren Schwierigkeiten nochmals dringend empfohlen, bei Aussichtslosigkeit den Durchbruch abzubrechen."
Laffert antwortete daraufhin: "Habe Telegramm erhalten, es lebe S. M. der Kaiser".

Bis zum 5. Juni 1917 hatte man im deutschen Admiralstab keine Nachrichten über das Schicksal des Hilfskreuzers LEOPARD erhalten.
An diesem Tage wurde im norwegischen Tromsö eine Flaschenpost angespült, die am 16. März geschrieben und über Bord geworfen wurde.
Die nachfolgende Abbildung des Textes der Flaschenpost ist aus dem Buch von F.v.Luckner, Ein Freibeuterleben, Dresden 1938, S. 136 entnommen:

(der aktuelle Verbleib dieser historischen Flaschenpost konnte vom Verfasser nicht geklärt werden, ergänzende Infos bitte an hansenho@arcor.de)

Außer dieser Flaschenpost erfuhr der Admiralstab keine weiteren Details zum Verbleib des Hilfskreuzers, da der Vorfall in der britischen Presse geheim gehalten wurde und auch der abgehörte britische Funkverkehr keine Rückschlüsse auf den Ausgang der Kampfhandlung zuließ.
Erst im April 1919 veröffentlichte die Times unter der Überschrift "Offizieller Bericht über die Vernichtung des Hilfskreuzers YARROWDALE aus den Gefechtsberichten der beiden Kreuzer HMS DUNDEE und ACHILLES vom 17.3.1917, die den deutschen Hilfskreuzer in einem einstündigen Gefecht versenkt hatten.
Außer einem 6 köpfigem Prisenkommando der DUNDEE hatten die britischen Schiffe keine Verluste zu verzeichnen, während von der LEOPARD Besatzung niemand das Gefecht überlebte.
Wegen vermeintlicher U-Boot-Gefahr verließen die britischen Kreuzer den Gefechtsort ohne Rettungsversuche zu unternehmen.


War der schnelle Verlust des Hilfskreuzers in Anbetracht der verstärkten britischen Bewachungslinien fahrlässig herbeigeführt und das eingegangene Risiko für die gesamte Besatzung unvertretbar?
Heroisches Handeln und das Außerachtlassen von vorhandenen Warnungen durch die Verantwortlichen lässt durchaus eine Bejahung dieser Frage zu.
Ein sinnloses Opfer von Menschen! Das gleiche Schicksal ereilte im Februar 1916 bereits den Hilfskreuzer GREIF, der am 29. Februar 1916 nordwestlich von Bergen von britischen Kreuzern vernichtet worden war, weil den Briten das Auslaufen des Hilfskreuzers bekannt geworden war.
Zu vermuten bleibt, dass die Briten auch vom Auslaufen des LEOPARD Kenntnis erlangt hatten.

Marine-Schiffspost mit MSP No.6 von LEOPARD kann nur in der Zeit von Januar 1917 bis 10. März 1917 vorkommen.
Bedenkt man, dass während der Ausrüstung des Schiffes nur eine geringe Besatzung an Bord war, die auch noch mit umfangreichen Aufgaben eingedeckt war (wie sich aus der obigen Karte des Zahlmeister Wolter ergibt, der sich bei seinem Vater entschuldigt, dass er nicht mehr schreibt: von morgens früh bis abends spät komme ich nicht zur Ruhe !), wird deutlich, dass auch aufgrund der kurzen Verwendungszeit des MSP Stempels derartige Belege selten zu finden sind.
Unten noch ein Beleg des ebenfalls auf der erste Reise versenkten Hilfskreuzer GREIF:

Quellenverzeichnis:
Crüsemann-Schlimgen Handbuch und Stempelkatalog, Bd.l
Wikipedia Academic, Ausführung zu SMS Leopard (www.deacademic.com)



Quelle:
Die Berichte dieser Seite stammen von den Herren Friedrich Steinmeyer und Wilhelm Brockmann von der Arbeitsgemeinschaft Schiffspost im Bund Deutscher Philatelisten e.V.
email:   Wilhelm.Brockmann@t-online.de

Interessenten wenden sich an den Leiter der Arge Schiffspost, Herrn Friedrich Steinmeyer, Grosse Fuhren 35, D-27308 Kirchlinteln.
email:   F.Steinmeyer@t-online.de  

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