Schiffspost
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Aktuelle Nachrichten

von der Arge!

Schiffspost



Bisherige "Aktuelle Informationen", die schon etwas älter sind, also nicht mehr aktuell,
finden Sie in unserem "Archiv" wieder, nur auf diese Zeile klicken!


Bei der Arbeitsgemeinschaft Schiffspost ist das Rundschreiben Nr. 151 mit farbigen Abbildungen erschienen.
Aus dem Inhalt u.a. :
  • Bericht über die SEEPOSTA 2016 in Hamburg.
  • Der Briefbeförderungsdienst von Laurenz Schneider
  • Fortsetzung des Berichtes MS "Monte Pascoal", 17.09.1930 - 03.02.1944 (31.12.1945 )
  • Das Schicksal der Unterseebootsuchflotille der Ostsee
    (USuchflotille oder Suchflotille)
  • Die Feldpost des Dampfers "Franz" der Schiffssperre der Jade
  • Das Dr.Locy-System der amerikanischen Marine, Teil 6/1
  • SS "Ilsenstein"
  • Aktuelle Meldungen und Notizen

    Interessenten wenden sich an den Leiter der Arge Schiffspost,
    Herrn Friedrich Steinmeyer, Anschrift, email siehe am Ende dieser Seite.




Norwegische Schiffspost

von Wilhelm Brockmann.

Ragnhild
Ragnhild
Ragnhild
Vor 50 Jahren wurde die erste Fähre zwischen Kiel und Oslo gebaut, die "Prinsesse Ragnhild.
Dazu erschien ein norwegischer Schiffspoststempel, eine norwegische individuelle Marke und ein deutscher Sonderstempel.
Sjoekurs
Sjoekurs
Sjoekurs
Sonderstempel mit der MS "Sjøkurs" vom 8.-10.4.und vom 5.- 8. 5. in Hamburg.
Letzterer war in diesem Zeitraum an Bord des Schiffes in Hamburg erhältlich, zusammen mit der personalisierten Briefmarke.
Mit der Erteilung der neuen Lizens 2017 - 2026 lässt die Reederei Bastø Fosen drei neue Föähren bauen, die ab Anfang 2017 auf der Route Moss - Horten in Fahrt kommen sollen.
Die neuen Schiffe werden 142 m lang und 21 m breit sein und eine Kapazität von 600 Passagieren, 200 Autos sowie zwischen 24 bis 30 LKW, je nach Größe haben.
Sonderstempel Moss am 22.04.2016.
Bastoe
norge
Norge
norge
Am 9.6.2016 meldete die Norwegische Post aud ihrer Seite fünf Stempel für das neue MS "Spitsbergen". Es wurde am 6. Juli mit einer großen Feier auf den Lofotenn getauft.
Nach der ersten Saison in Norwegen wird MS "Spitsbergen" im Wechsel entlang der norwegischen Küste und auf Expeditionsreisen entlang in die Polarregionen fahren.
Norge
Beim Besuch der königlichen Yacht in Stavanger begeleitete das MS "Sandnes" das Schiff.
Zum "Open Boat" hatte das Schiff für einen halben Tag obigen Stempel an Bord.

Auch das Dampfschiff "Børøsund" erhielt nam 1.7. 2016 einen neuen Schiffspoststempel und am 14.7. einen Post Sonderstempel in Bodø mit Abbildung des Schiffes.

Für den Hurtigruten-Tag am 30.6. 2016 gab es in Rørvik einen Sonderstempel.

Norge
norge
Norge
Zur Teilnahme der Norwegischen Post an der Kieler Woche vom 18. - 26.6. 2016 brachte man einen Sonderstempel mit Abbildung der "Christian Radich" mit.
Mit gleichem Bild wurde ein zweiter Stempel am 25.6. zur Windjammerparade in Kiel eingesetzt.
Dazu konnte man eine individuelle Marke erwerben.
Norge
Auf dem Raddampfer "Skibladner" wurden zur Sommerreise 2016 sechs Sonderschiffspoststempel mit dem gleichen Bild abgeschlagen. Rechts ist der Stempel von Gjøvik am 16.7. abgebildet.
Dazu kamen Stempel von Eidsvoll am 12.7., Kapp 12.7., Atlungstad am 13.7., Lillehammer am 14.7. und Hamar am 15.7.
Norge




S.S. JLSENSTEIN
Arnold-Bernstein Line
(zusammengestellt von Wilhelm Brockmann)

Herr Steinmeyer sandte mir Ende Januar ein paar Belege, darunter diesen Umschlag:

Ilsenstein
Schwarze Textzeilen und gelb-brauner Druck des Schiffes S.S. ILSENSTEIN der Bernstein Line vom 15.02.1938, sowie rote Zeilen- und Kastenstempel S./S. "Jlsenstein" / ROTTERDAM / NEW YORK.
Die US-Frankatur wurde mit dem Maschinenstempel STATEN ISLAND / FEB 17 / 1030 AM / 1938 / N.Y. entwertet.

Ich habe dann (lange) im Internet gesucht und an den verschiedensten Stellen folgende Informationen gefunden:
Die JLSENSTEIN, ein Passagier- und Frachtdampfer, 6.488 GT, 136,5 m Länge, 17,2 m Breite, 145 Kabinen für 190 Passagiere, 146 Mann Besatzung, 13 kn Geschwindigkeit, wurde 1904 bei der Werft Workman Clark, Belfast, für die englische Shaw Savill & Albion Line gebaut und als MATATUA in Dienst gestellt.
Sie soll zu dieser Zeit den höchsten Schornstein weltweit gehabt haben. 1916 brach in kanadischen Gewässern an Bord ein Feuer aus - dabei kam der Kapitän ums Leben.

1928 (eine Quelle sagt 1929) wurde das Schiff an Arnold Bernstein, Hamburg, verkauft und zunächst als Autotransporter und 1933 bei den Deutschen Werken in Kiel zum Passagier- und Autotransportschiff umgebaut.

Arnold Bernstein (* 23.01.1888 in Breslau, … 06.03.1971 in Palm Beach/USA), war ein deutsch - amerikanischer Reeder und Pionier des Autotransportes - einer der ersten jüdischen Großkaufleute, die Opfer nationalsozialistischer Enteignungspolitik wurden.

Ilsenstein

Schornsteinmarke "AB"
Nach Zusammenbruch der väterlichen Firma in Breslau zog Arnold Bernstein 1909 nach Hamburg und gründete zusammen mit dem Vater 1912 ein kleines Handelshaus.
Bei Ausbruch des I. Weltkriegs wurde Arnold Bernstein eingezogen und diente als Artillerist im Reserve-Feldartillerie-Regiment Nr. 17 an der Westfront.
Er wurde, trotz jüdischer Abstammung, zum Leutnant befördert und erhielt 1914 das Eiserne Kreuz II. Klasse, 1916 das Hamburgische Hanseatenkreuz und 1917 das Eiserne Kreuz I. Klasse.
Nach seiner Heirat am 01.05.1919 gründete er am 01.07.1919 die Reederei Arnold Bernstein, Hamburg (AB als Schornsteinmarke).
1928 folgte die Gründung der Arnold Bernstein Steamship Company mit Sitz in New York City.
Anfangs wurden Holz, Erz, Lokomotiven und Waggons in Spezialfrachtern verschifft. Der große Erfolg begann, als Bernstein in den Transport amerikanischer Autos nach Europa einstieg - und seine Schiffe so umbaute, dass die Autos unverpackt, nicht wie sonst üblich in Holzkisten, transportiert wurden!
So konnten erhebliche Kosten eingespart werden. Innerhalb von zwei Jahren besaß er die größte Autotransportflotte der Welt.
Am 11.09.1930 wurde die Reederei als Arnold Bernstein Schifffahrtsgesellschaft m. b. H., Hamburg, umfirmiert. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre, bei der der Export amerikanischer Autos nach Europa geringer wurde, entschied sich Bernstein zum Umbau seiner Schiffe als Passagierschiffe - auf denen es nur die Touristenklasse gab.
Eine Überfahrt war für alle Passagiere gleichermaßen komfortabel und preiswert - zugleich konnten die Passagiere ihre Autos mitnehmen. Seine Schiffe "Gerolstein", "Hohenstein", "Jlsenstein" und "Königstein" liefen jedoch, um den alteingesessenen deutschen Linien keine Konkurrenz zu machen, in Europa nur Le Havre und Antwerpen an.

Im Februar 1935 erwarb Arnold Bernstein die amerikanisch - britische Red Star Line - in Hamburg als Red Star Line G.m.b.H. registriert. Die Arnold Bernstein Steamship Company firmierte nun als Red Star General Agency Ltd., New York.
Es kamen die Schiffe "Pennland" und "Westernland" auf der Route Antwerpen - New York dazu.

Ilsenstein

Schornsteinmarke "Red Star"
Mit Genehmigung der nationalsozialistischen Regierung in Deutschland gründete er 1935 die Palestine Shipping Company Co. Ltd., Haifa. In dem Liniendienst wurde die "Tel Aviv" ex "Hohenstein" eingesetzt, die von 1935 - 1938 jüdische Emigranten von Triest nach Haifa brachte.
Im Januar 1937 verhaftete die Gestapo Arnold Bernstein mit dem Vorwurf der Verletzung von Devisenvorschriften. Er blieb bis zu seinem Prozess ein Jahr später, in Untersuchungshaft.
In dieser Zeit wurde er zum Verzicht auf sein Eigentum gezwungen. Um den Namen Bernstein auch aus dem öffentlichen Leben zu entfernen, wurden die Schiffe der Arnold Bernstein Schifffahrtsgesellschaft auf die Red Star Line übertragen und die Palestine Shipping Co. stellte Ende 1938 den Dienst ein.

Am 07.01.1938 verurteilte ein Sondergericht in Hamburg den Juden Arnold Bernstein zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft im KZ Fuhlsbüttel sowie 1 Million Reichsmark Geldstrafe.
Im Juli 1939, nach Verbüßung der vollen Haftzeit, wurde er entlassen, nachdem Freunde 30.000 Dollar zur Verfügung gestellt hatten. Bernstein verließ mit Frau und seinen vier Kindern umgehend Deutschland und ging als mittelloser Mann in die USA.

Dort gründete er dank seiner Kontakte 1940 die Bernstein Steamship Corporation, New York und charterte 1948 den Dampfer "Continental". Kurzzeitig betrieb er die Arnold Bernstein Line.
1950 - 1956 war er mit der "Silverstar" Generalagent der Silver Star Line, New York, und gründete 1957 noch einmal eine eigene Schifffahrtlinie, die American Banner Lines Inc., New York, für die er das TS "Atlantik" erwarb.
Mit 71 Jahren zog er sich im November 1959 aus dem Geschäftsleben zurück. Quellen:
Neben vielen Einzelstellen im Internet eine Abhandlung der Sammlung Arnold Bernstein Stiftung Jüdisches Museum Berlin.

Unter der http:// www.seefunknetz.de/found2.htm fand ich noch diese Begebenheit:

Eine schwierige Operation auf See.

Am 05.02.1936 übermittelte die Schiffsleitung des Dampfers "Jlsenstein" der Arnold-Bernstein-Linie, dem Schnelldampfer "Europa" des Norddeutschen Lloyd die Bitte, einen an Blinddarmentzündung erkrankten Heizer zu übernehmen.
Zu dieser Zeit befand sich die "Jlsenstein" auf der Fahrt von Antwerpen nach New York auf 50 Grad 48' nördlicher Breite und 9 Grad 29' westlicher Länge.
Die "Europa" näherte sich ihr auf heimkehrendem Kurs. Kapitän Scharf vom Dampfer "Europa" gab sein Einverständnis.
Beide Schiffe befanden sich in unsichtigem, zum Teil nebligem Wetter. Die häufige Benutzung des Funkpeilers war zur Ansteuerung erforderlich.
Zur Zeit der Annäherung war die Sicht so schlecht, dass "Europa" von "Jlsenstein" nur durch ihre Sirene erkannt werden konnte. Das Aussetzen des Bootes geschah im Scheinwerferlicht der "Europa".
Der Kranke wurde aus dem Rettungsboot der "Jlsenstein" übernommen, hierauf setzten beide Schiffe ihre Fahrt fort.
Bereits drei Stunden später berichtete die Schiffsleitung der "Europa", dass der Kranke soeben operiert sei und der Befund eine akute Blinddarmentzündung kurz vor dem Durchbruch ergeben habe.
Die Operation an Bord des Dampfers "Europa" wurde von den Ärzten Dr. Brahms und Dr. Otto vorgenommen.
Die Fahrgäste des Schnelldampfers waren vom tatkräftigen Eingreifen ihrer Schiffsleitung so begeistert, dass sie spontan für den erkrankten Heizer RM 340,- sammelten.
(Quelle: Telefunken Zeitung No. 73/Juli 1936)




SEEPOSTA auf der NORDPOSTA

Hamburg vom 8.-10. 04. 2016

von Wilhelm Brockmann.

Seeposta
Objektiv: die Veranstalter, Aussteller und Händler haben sich viel Mühe gegeben!
Subjektiv: die eigentlich relativ kleine Halle hätte auch mehr Besucher unterbringen können.
Der Freitag war naturgemäß ruhiger, der Samstag dann relativ gut besucht und der Sonntag eigentlich sehr ruhig.
Seeposta
Der Stand der Arge Schiffspost mit Herrn Steinmeyer und mir war ebenfalls zeitweise gut besucht.
Insgesamt zählten wir an die 27 Mitglieder - zusätzlich zu den übrigen Besuchern.
Unser Mitglied Max Jäger aus Schwäbisch-Gmünd, der an allen drei Tagen dort war, hatte wohl den weitesten Weg!
Es war sehr erfreulich, bekannte Gesichter zu sehen und neue kennen zu lernen - vielen Dank für Ihren Besuch!
Wir boten an unserem Stand unsere Literatur an. Außerdem hatten Herr Steinmeyer und ich Belege mitgebracht, die wir sehr günstig anboten - und auch einiges an "den Mann" bringen konnten.
Am Rande: obwohl meine Belege "für 1 €" angeboten wurden, waren ein paar wenige Ausnahmen auffällig gekennzeichnet mit einem entsprechenden großen gelben Zettel.
Der Sammler, der den 15 € - Beleg dann unter die 1 € - Belege gelegt und selbst gezählt bezahlte, möge sich meinetwegen an dem Schnäppchen erfreuen! Es soll ihn immer wieder an Hamburg erinnern…

Seeposta

Freitagabend hielt unser Mitglied Bernd Essler einen sehr ausführlichen und durch entsprechende Poststücke belegten Bericht über die Schiffspost vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
Sehr intensiv und mit viel Wissen und "Herzblut" vorbereitet und vorgetragen - herzlichen Dank.
Bedauerlich war, dass an dem Tag noch 8 Personen ihre Teilnahme absagten. So war der Kreis dann sehr überschaubar geblieben. Aufgrund der fortgeschrittenen Stunde kam nach dem anstrengenden Tag dann leider auch kein "gemütliches Zusammensein mit Tausch" mehr zustande.
Folgende Sammlungen waren auf der NORDPOSTA / SEEPOSTA zu sehen und erhielten die nachstehende Bewertung:
Seeposta
Unter "Postgeschichtliche Sammlungen:"
Fregatte USS CONSTITUTION - Marineschiffspost - Günter Steiger, Hannover - Vermeil
Unter "Thematische Philatelie":
Die Vogelfluglinie und ihre Fährschiffe - Carsten Waldhauer, Oberhausen - Vermeil
Schulen unter Segel - Die Entwicklung der Segelschulschifffahrt - Ute Böckel, Lüneburg - Vermeil

Und in der "Offenen Klasse" (die leider nur fünf Sammlungen zeigte):
US NAVY - moderne Schlachtschiffe 1941-1991 - Günter Steiger, Hannover - Platz 4

Für die insgesamt 47 ausgestellten Sammlungen wurde 28 x Gold, 16 x Vermeil und 3 x Silber vergeben.
Allen unseren Mitgliedern an dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch zu dem Erfolg!
Unser ehemaliges Mitglied Hans-Ulrich Ruffing erhielt für seine Sammlung "Die Schiffspost-R-Zettel der deutschen Bundesmarine mit 79 Punkten eine Gold-Medaille! Eine wirklich herausragende Sammlung, die in dieser Vielfalt sicher nicht wieder zusammengetragen werden kann!
Einen herzlichen Glück daher auch von uns zu dieser Sammlung.

Rechts auf dem Bild die beiden Chefs der Arge Schiffspost, Friedrich Steinmeyer (r) und Wilhelm Brockmann.

Seeposta




Post des Hilfskriegsschiffs "Donau" im 1. Weltkrieg
von Holger Hansen, Essen.

"Donau", ex."City of Bradford", wurde 1903 bei Earle´s Co. Ltd. in Hull gebaut, 1349 BRT, Länge 78,18 m, 10,50 m breit.
Schiffseigner war die Great Central Railway Co., Grimsby. Am 4.8.1914 wurde das Schiff in Hamburg als Embargoschiff beschlagnahmt.
Im Jahre 1915 wurde es zu einem Werkstattschiff umgebaut. Wie aus dem nachfolgenden Beleg ersichtlich ist, führte das Schiff im Juni 1916 noch immer den Namen "City of Bradford", die Umbenennung erfolgte später, erste Post mit dem neuen Namen "Donau" ist von 1917 bekannt.
Donau
MSP 213 (U-Suchflottille) vom 14.6.16 auf Fp-Karte aus Swinemünde nach Berlin,
Absenderangabe auf der Karte S.M.H."City of Bradford" II.S.Halbflottille
1916 wurde es Mutterschiff der 1.Such-Halbflottille Ostsee; 1918 war das Schiff dann in der Nordsee als Führerschiff der 3.Halbflottille der I.Geleitflottille eingesetzt.

Die zahlreichen zur Flottille gehörenden Boote lieferten ihre Feldpost an das Führerschiff ab, wo diese dann mit dem dort zur Verfügung stehenden Stempel versehen wurde, um der aufgegebenen Feldpost Portofreiheit zu gewährleisten.
Die genaue Herkunft ist letztlich nur an der Absenderangabe zu ersehen, sofern auf der Feldpost überhaupt angegeben.
Bekannte Stempel auf Feldpost sind die dem Kommando "Donau" zugewiesene
Marineschiffspost-Ausrüstung Nr.242 (Stempel-Typ II, Metallstempel), verwendet von Jan.1917 - Jan.1919 "Donau" bzw. "1.Suchhalbflottille", teilweise kommen Mitverwendungen des Stempels 242 von Booten der 2.Suchhalbflottille vor, sowie
Briefstempel des Kommandos S.M.H."Donau", der bislang allerdings lediglich als Absenderstempel in violetter Farbe auf der Rückseite eines Belegs aus März 1918 registriert wurde, siehe Rundschreiben 128, S.5996.
Als frontseitige Verwendung zur Kennzeichnung der Feldpost ist der unten abgebildete Beleg noch nicht registriert, zu ergänzen wäre daher a.a.O. im R:
8. MSP 242 Kommando S.M.H "Donau" : vs-v-1/17

Briefstempel des Kommandos S.M.H. "Donau" auf Feldpostkarte an S.M.S. "Lothringen", geschrieben am 5.1.17 von einem Besatzungsmitglied des Boots "Elbe".
Donau
"Elbe", 166 BRT, gebaut 1911, gehörte ab Februar 1916 zur 1. U-Such-Halbflottille bis 1918.
Am Aufgabetag dieser Karte, dem 5.1.17, soll lt. Crüsemann II-Handbuch Seite 157 bereits der MSP-Stempel Nr.242 auf "Donau" gewesen sein, ist aber offenbar noch nicht benutzt worden.
Donau
Marinesache (verkleinert) der Kassenverwaltung S.M.H."Donau" mit MSP Nr.242 vom 6.8.18 nach Kiel ohne weitere Angaben auf der Rückseite
MSP Nr.242 vom 8.4.18 auf Feldpost-Brief nach Göttingen, rückseitige Absenderangabe: Torpedoboot "A 71", 3. Geleit-Halbflottille
Donau
Nur in der kurzen Zeit vom 22.Februar bis zum 4.Mai 1918 gehörte das Torpedoboot, das erst am 13.8.1917 in Dienst gestellt wurde, zur 3.Halbflottille der I. Geleitflottille.
Am 4.5.18 lief "A 71"in der Nordsee auf eine Mine und sank, wobei 6 Besatzungsmitglieder den Tod fanden.

Weitere Post aus der Geleitflottillen-Zeit der "Donau" liegt mit dem MSP-Stempel 242 vor, und zwar vom 4.6.18 vom Torpedoboot "A 86" der 3.Halbflottille der I. Geleitflottille.
Dieses Boot war im März 1918 in Dienst gestellt worden und gehörte von Mai bis November 1918 dieser Halbflottille an.

Quellenangaben:
Crüsemann-Schlimgen Handbuch und Stempelkatalog 1914-1919, Bd.1-7
Erich Gröner, Die deutschen Kriegsschiffe 1815-1945, Bd.2 Torpedoboote u.a.




Tirpitz
Aus der See- und Schiffspostgeschichte der Inflationszeit

Der Dampfer "Tirpitz" der Hugo Stinnes Linie im Südamerika Dienst
von Friedrich Steinmeyer

Der Frachtdampfer "Tirpitz" wurde am 2.3.1921 auf der Flensburger Schiffsbaugesellschaft, Flensburg, unter der Baunummer 356 erbaut.

Der Dampfer war 7970 BRT groß, 143,58 m lang, 17,75 m breit, 11 Knoten schnell, hatte 53 Mann Besatzung und beförderte bis zu 18 Passagiere.
Das Schiff wurde am 26.5.1921 an die Hugo Stinnes Linie ausgeliefert und danach von der Reederei in deren Hamburg-Südamerika-Dienst eingestellt.
Ende 1926 wurde das Schiff von der Kosmos Linie übernommen und am 29.12.1927 vonn der Hapag gekauft. Am 27.08.1939 in Malaga interniert, am 18.3.1940 an die Hamburger Reederei GmbH verkauft.
Am 22.07.1941 von der Kriegsmarine beim Unternehmen "Sonnenblume" eingesetzt.
Am 23.07.1941 vor San Remo nach Minentreffer gesunken.

Tirpitz
Tirpitz
Das Schiff wurde mit einem Bordpostamt ausgerüstet, das den Ovalstempel "Deutsche Seepost / Linie / Hamburg- / Südamerika" mit der römischen Kennziffer "VI" (Stempel "219") erhielt, siehe oben links.
Die Abb. oben rechts zeigt eine Postkarte von der Jungfernreise der "Tirpitz".
Die tarifgerechte Frankatur von 240 Pfg. der Karte nach Buenos Aires wurde in Vigo am 30.5.1922 mit dem Stempel "219" gestempelt.
Der Stempel wurde bis 1926 verwendet. Die letzte Verwendung zeigt die letzte Abb. unten auf einem Brief mit dem Seepoststempel "219" vom 27.12.1926.
Tirpitz
Die nebenstehende Abbildung zeigt einen Brief der Fa. August Ascher, Hamburg, an eine Bank in Buenos Aires, der am 3.1.1923 beim Empfänger eintraf.
Der Auslandsbrief erhielt vom Absender den handschriftlichen Leitvermerk "Per D. Tirpitz" und die Frankatur aus der Portoperiode vom 20.09. - 30.09.1923 wurde nicht mit dem Seepoststempel "219" entwertet sondern mit dem Einzeiler des Bordpostamtes "D. Tirpitz".
Die Gebühr für diesen Brief betrug für 20g = 750 TM, jede weitere 20g = 375 TM = 1.125 Millionen Mark.
Die verwendete Frankatur von 9 * 125 TM (Michel Nr. 291) entspricht diesem Wert, ist also tarifgerecht verwendet worden.
Von der gleichen Fahrt des Dampfers "Tirpitz" stammt der nebenstehende Brief von der Fa. Braue & Co., Hamburg, an eine Bank in Buenos Aires mit dem handschriftlichen Leitvermerk "Per S/S Tirpitz" entwertet.
Bei dem Brief handelt es sich um einen Auslandsbrief bis 40g mit Zusatzleistung Einschreiben und stammt aus der Portoperiode vom 20.09. bis 30.09.1923 mit folgenden Gebühren:
750 TM für 20g, jede weiteren 20g = 375 TM, R-Gebühr 250 TM = 1.375 Millionen Mark.
Frankiert wurde der Brief mit 13 * 100 TM + 2 * 50 TM = 1,4 Millionen Mark, damit ist der Brief mit 25 TM überfrankiert.
Tirpitz
Eine richtige Frankatur war nicht tarifgerecht herzustellen.
Vermutlich waren die dafür benötigten Marken nicht an Bord.
Die niedrigste Marke wird die 50 TM an Bord gewesen sein, daher ist die Überfrankatur belanglos. Ob der Brief als R-Brief befördert wurde, geht aus dem Brief nicht hervor, da ein R-Zettel fehlt.
Der Brief erreichte dem Empfänger ebenfalls am 8.11.1923.
Tirpitz
Brief nach Buenos Aires, aufgegeben beim Bordpostamt des Dampfers "Tirpitz", die tarifgerechte Frankatur zu 25 Pfg. aus der Portoperiode 01.01.1925 - 31.07.1927 wurde entwertet mit dem ovalen Seepoststempel "219" der Linie "Hamburg-Südamerika" mit der Kennziffer "VI" am 27.12.1926.
Das ist die bis jetzt späteste bekannte Verwendung des Seepoststempels "219".



Quelle:
Die Berichte dieser Seite stammen von Wilhelm Brockmann von der Arbeitsgemeinschaft Schiffspost im Bund Deutscher Philatelisten e.V.
email:   Wilhelm.Brockmann@t-online.de


Interessenten wenden sich an den Leiter der Arge Schiffspost, Herrn Friedrich Steinmeyer, Grosse Fuhren 35, D-27308 Kirchlinteln.
email:   F.Steinmeyer@t-online.de  

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