Schiffspost
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Aktuelle Nachrichten

von der Arge!

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Bisherige "Aktuelle Informationen", die schon etwas älter sind, also nicht mehr aktuell,
finden Sie in unserem "Archiv" wieder, nur auf diese Zeile klicken!


Bei der Arbeitsgemeinschaft Schiffspost ist das Rundschreiben Nr. 149 erschienen.
Aus dem Inhalt u.a. :
  • Ankündigung NORDPOSTA-SEEPOSTA im April 2016 in Hamburg
  • Informationen der Fachgruppe Deutsche Marine Schiffspost mit aktuellen Stempeln
  • Feldpost der IV. Torpedobootsflotille im 1. Weltkrieg
  • Die Motorbootflotille auf der Donau
  • Das TRUK-Machwerk mit Seepostentwertung
  • Eine Neuentdeckung des ovalen Seepoststempels "Linie Hamburg - Westafrika", Kennziffer "XXII" nach dem Ersten Weltkrieg
  • MS "Monte Rosa" (26.01.1931 - 29.03.1954), 2. Fortsetzung
  • Die Postgeschichte des ersten deutschen Passagierschiffes nach dem 2. Weltkrieg, MS "Berlin" (ex. M/F Gripsholm)
  • Aktuelle Meldungen und Notizen
    • 125 Jahre Übergabe Helgoland von Großbritannien an Deutschland und das neue MS "Helgoland"
    • Belege von der MS "Polarstern"
    • Stempel und individuelle Marken bei der Reederei Cassen Eils
    • Raddampfer "Kaiser Wilhelm" geht auf große Fahrt und läuft erstmals seit 105 Jahren wieder Dresden an
    • Norwegen, Infos zur Hurtigrute
    • Nachträge zum Handbuch "Deutsche Schiffspost nach 1945"

Interessenten wenden sich an den Leiter der Arge Schiffspost,
Herrn Friedrich Steinmeyer, Anschrift, email siehe am Ende dieser Seite.




Raddampfer "Kaiser Wilhelm" geht auf große Fahrt und läuft erstmals seit 105 Jahren wieder Dresden an.
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So berichtete am 8. Aug. 2015 auch die Tageszeitung im Weserbergland, der 70jährigen Heimat des stolzen Raddampfers.
Der "Kaiser Wilhelm" wurde 1899 von der Oberweser-Dampfschiffahrt F. W. Meyer (OWD) bei der Dresdner Maschinenfabrik und Schiffswerft AG Dresden - Neustadt, Leipziger Str. 29, bestellt.
Und nicht, wie die NEUE POST 1974 - anlässlich einer Fahrt des kaiserlichen Enkels Prinz Louis Ferdinand" am 3. August 1974 auf dem Schiff - berichtete "Kaiser Wilhelm II ließ das Schiff vor 74 Jahren in Dresden erbauen"!
Namensgeber ist zudem wohl Kaiser Wilhelm I.
Unter der Bau-Nr. 386 entstand in 15 Monaten das 57,20 m lange, und 4,48 / 8,38 m breite Schiff mit einem Tiefgang von 0,66 - 0,93 m. Es wurde am 20. Mai 1900 vom Stapel gelassen.
Auch die schrägliegende Zweizylinder - Verbundmaschine mit Einspritzkondensation und angehängter Nassluftpumpe nach Wattscher Bauart, wurde von der Bauwerft hergestellt.
Die Leistung der Maschine beträgt 168 PS bei 45 U/min. Mit einer Wasserverdrängung von 132 m³ leer und 191 m³ voll beladen, kann es eine Geschwindigkeit von max. 14,5 km/h erreichen.
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Zugelassen war das Schiff für 350, heute noch 270 Personen.
1910 ging es noch einmal zurück nach Dresden zur Bauwerft, jetzt Dresden-Übigau, Werftstraße 5, wo das Schiff um 10 m verlängert und eine Dampfrudermaschine eingebaut wurde.
Zusätzlich wurden die zweigeteilten Kajütenfenster durch größere einteilige Fenster ersetzt und das abgestufte Vor- und Achterschiff in der Deckshöhe angepasst.
Bis zum heutigen Tage hat sich an dieser Form nichts mehr geändert. 1954 erfolgte eine Kesselerneuerung auf der firmeneigenen Hamelner Werft.
Mit kleinen Einschränkungen nach dem II. Weltkrieg ist der "Kaiser Wilhelm" weltweit der einzige Raddampfer, der auf der Oberweser und später der Elbe durchgehend im Einsatz ist.
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Nachdem die Kosten des Schiffsbetriebes 1970 als unwirtschaftlich angesehen wurden, sollte das stolze Schiff verkauft oder als Alternative abgewrackt werden.
Wirklich im letzten Moment rettete das Angebot des Lauenburger Elbschifffahrtsmuseums am 28. Sept. 1970 den "Kaiser Wilhelm" - der am 17. Okt. 1970 mit eigener Kraft in acht Tagen nach Lauenburg an die Elbe verholte - der niedrigen Brücken auf dem Mittellandkanal wegen mussten sämtliche Decksaufbauten wie Ruderhaus, Schornstein und Reling abgebaut werden.
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Am 25. Okt. 1970 um 15:17 Uhr erreichte das Schiff die Lauenburger Unterstadt.
Die Lauenburger schafften es mit dem Einsatz ehrenamtlicher Helfer 1974/1975 den kompletten Schiffsboden ab der Wasserlinie zu erneuern und brachten 1982 die alte Radkasten - Ansicht mit der Kaiserkrone und den Schiffsnamen wieder an.
1993/94 wurden neue Schaufelräder montiert.
Auch heute noch wird der Raddampfer von Ehrenamtlichen betrieben. Der Erfolg ist dem seit 1970 immer aktiven Dr. Ernst Schmidt, Großhansdorf, zu verdanken - er konnte immer wieder motivieren und Überzeugung liefern.
Er war - neben vielen anderen Funktionen im Laufe der Zeit - auch der erste Schiffspostbeauftragte an Bord, der ab 2. Sept. 2006 das Bordpostamt betreute.
All das hätte natürlich nicht gelingen können, ohne den Einsatz vieler, vieler Ehrenamtlicher, denen herzlich zu danken ist, dass dieses schöne Schiff immer noch verkehrt.
Als einziger von vier noch mit Kohle befeuerten Raddampfer Europas!
Den Maschinenschaden des Jahre 2014 mit rund 70.000 € wird der "Verein zur Förderung des Lauenburger Elbschifffahrtsmuseums e.V.", Postfach 1310, 21472 Lauenburg, IBAN DE54 2306 3129 0000 1010 79, ebenfalls stemmen - dafür werden aber dringend weiter Spenden erhofft!
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Am 02.09.2006 wurde an Bord eine Schiffspoststelle eingerichtet, die seither den Stempel 131-KW-001 verwendet.
Am 13.09.2009 wurde die Kunststoffplatte 131-KW-003 eingesetzt.
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Im 45. Jahr der "Historischen Elbfahrten" ging es nun am 25. 8. 2015 unter Kapitän Markus Reich auf eine Sonderfahrt nach Roßlau und Dresden, mit der Teilnahme am Heimat- & Schifferfest "800 Jahre Roßlau" am 29. / 30. 8. 2015.
Verwendet wurde Stempel 131-KW-005.
Lt. Planung sollte dann am 3. 9. 2015 Dresden angelaufen werden, um von dort am 4. 9. nach Königstein und am nächsten Tag zurück nach Dresden zu fahren.
Leider hatte man den Lauenburgern Werbung in Dresden für die Fahrt nach Königstein untersagt - man wollte die Konkurrenz auch nicht nur für einen Tag fördern!
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Der Aufenthalt in Roßlau verzögerte sich wegen des niedrigen Wasserstandes der Elbe, so dass erst am Samstag, den 05. 09. 2015, eine Fahrt Mühlberg - Seußlitz und Seußlitz - Dresden durchgeführt wurde.
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Am Sonntag, den 06. 09. 2015, ging es dann endlich auf die ca. 11-stündige Fahrt von Loschwitz / Blaues Wunder (in Dresden war kein Liegeplatz am Terrassenufer für den Gast frei gewesen) nach Prossen, zwischen Bad Schandau und Königstein in der Sächsischen Schweiz, und zurück: Gedreht wurde vor Postelwitz.
Fotos: Jan Kruse, Hameln: Anlegestelle Loschwitz, direkt am Blauen Wunder und der KAISER WILHELM am Anleger unterhalb der Festung Königstein.
Die Rückreise nach Lauenburg wurde dann am 7. Sept. 2015 angetreten.
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Oben: Schmuckumschlag des Teams Erlebnis:Briefmarken der Deutschen Post / Auflage: 1000 St. mit dem Schiffspoststempel 131-KW-004 vom Beginn der Reise am 25.08. 2015 (bereits im neu erschienenen Nachtrag zu unserem Handbuch enthalten!).
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Das bedauerliche für "Daheim- gebliebene" war, dass auf der Homepage des KAISERS keine aktuelle, zeitnahe Bericht erstattung über die Fahrt zu finden war.
Und bei facebook wollte ich nicht auch noch meine Daten hinterlassen!
Aber im nächsten Jahr soll evtl. wieder eine Sonderreise stattfin den - dann kann das verbessert werden.

Bericht: Wilhelm Brockmann.




Seeposta in Hamburg vom 8. - 10. April 2016

Die Hamburger Philatelistenvereine organisieren vom 8. bis zum 10. April 2016 eine neue NORDPOSTA 2016 im Rang III.

In diese Ausstellung wird eine SEEPOSTA integriert. Die Initiative ging von unserem Mitglied, Herrn Dieter Stephan aus, der auch bereits für den Stempelentwurf gesorgt hat.
Mitglieder der Arge Schiffspost sind aufgerufen, sich mit einer Sammlung an der Ausstellung zu beteiligen. Einige Sammlerfreunde haben sich bereits angemeldet, aber es ist noch reichlich Platz für weitere Anmeldungen.

Seeposta
Die NORDPOSTA wird in Rang III und in der "offenen Klasse" ausgeführt.
Die Postverwaltungen von Luxemburg, Österreich, Spanien und Norwegen haben ihr Kommen zugesagt.
Unsere Arge Schiffspost im BDPh e.V. wird an allen drei Tagen mit einem Stand vertreten sein.
Ferner ist ein maritimer Festabend und Treffen aller maritimen Freunde geplant, verbunden mit ein oder zwei Vorträgen. Über Herrn Stephan kann man ein Zimmer im Hotel "relexa Bellevue" buchen (Doppelzimmer incl.Frühstück zu 129 €, Einzelzimmer 79 €).
Dort werden sich die Schiffspostsammler treffen.

Nähere Auskünfte zur Ausstellung erhalten Sie über Herrn Dieter Stephan, Windloh 57, 22589 Hamburg.
Tel. 040 / 6382 4641
email:   d.stephan2@deutschepost.de




Die Reichstagswahl am 7. April 1938 an Bord des MS "Monte Olivia"
in Brasilien (Rio de Janeiro)
von Horst Lüddicke.
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Die Propaganda der Nationalsozialisten lief Anfang 1938 auf vollen Touren. Da gleichzeitig die Volksabstimmung über die Wiedereingliederung Österreichs in das Deutsche Reich stattfand, zogen die Nationalsozialisten alle Register um den Wahlerfolg zu sichern.
Diese Wahlen zum Reichstag waren Scheinwahlen. Das Ergebnis stand schon vor der Wahl fest. Es gab eine nationalsozialistische Einheitsliste auf der auch einige als Gäste (Parteilose) standen.
Die Einheitsliste der NSDAP erreichte 99,1%. Die Wahlkommission war so unverfroren und zählte leere Stimmzettel für die NSDAP mit. Sie erhielt 814 Sitze im Reichstag (11 Sitze wurden von Gästen belegt).
Das MS "Monte Olivia", das von der HSDG im Liniendienst Hamburg - Südamerika eingesetzt war, befand sich am Wahltag in Rio de Janeiro.
Die NS-Verantwortlichen des Schiffes verausgabten zur Reichstagswahl eine Propagandakarte (siehe links oben), die an alle Passagiere des Schiffes verteilt wurde. Diese Karte stelle ich Ihnen heute vor.
Die Bildseite der Karte trägt den Bordstempel der "Monte Olivia". Die Karte wurde am Wahltag (7.4.1938) in Rio de Janeiro zur Post gegeben und als Luftpostkarte mit der Condor nach Deutschland befördert.
Der Absender der Karte hat an der Wahl teilgenommen. Er schreibt u.a. ".... werden an der Abstimmung für unser Großdeutschland teilnehmen, siehe Abbildung rechts.
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Die nebenstehende Abbildung zeigt einen Original-Wahlschein zur Reichstagswahl 1938.
Mit dem doppelt so großen Stimmkreis für die "Ja-Stimme" wurden alle Wähler von vorn herein beeinflusst ihr Kreuz in diesen Kreis zu setzen.
Was daraus entstand hat Deutschland und die gesamte Welt schmerzlich erfahren müssen.


Lebenslauf des MS "Monte Olivia".

In den Jahren 1924 bis 1930 bestellte die HSDG insgesamt fünf Passagierschiffe, die als so genannte "Monte-Klasse" bezeichnet werden. Gebaut wurden die Schiffe auf der Werft von Blohm und Voss in Hamburg. Es waren die Motorschiffe "Monte Sarmiento", "Monte Olivia", "Monte Cervantes", "Monte Pascoal" und "Monte Rosa".
Die "Monte Olivia" wurde am 28.10.1924 vom Stapel gelassen. Das Motorschiff wurde nach einem Berg in Argentinien benannt.
Die erste Reise führte das Schiff am 23.4.1924 nach Südamerika (Zielhäfen waren Montevideo und Buenos Aires).
Wegen rückläufiger Passagierzahlen im Liniendienst wurde das Schiff ab 1925 erfolgreich für Kreuzfahrten eingesetzt.

Die rechte Abbildung zeigt eine Postkarte nach München, aufgegeben auf einer Spitzbergen-Reise des "Monte Olivia" im Sommer 1928. Die Postkarte wurde aufgegeben beim Postamt Longyearbyen auf Spitzbergen.
Der Absender schreibt im Text unter anderem
"An Bord der Monte Olivia" auf dem 73 Breitengrad, 14.8.28 um 12 Uhr 45 auf der Fahrt vom Nordkap zur Bäreninsel, soeben ein Rudel Walfische passiert. Leider lies sich keiner von mir fangen. Viele Polargrüsse".
Rio
Von 1934 führte die MS "Monte Olivia" Kreuzfahrten für die Organisation "Kraft durch Freude" durch (siehe im Rundschreiben 138, Seiten 6788 - 6794).
Von 1938 bis 1939 wurde das Schiff im Liniendienst von Hamburg nach Südamerika eingesetzt. Bei Kriegsausbruch (1.9.1939) lag das Schiff in Brasilien fest.
Im Oktober 1939 gelang der "Monte Olivia" der Blockadedurchbruch nach Hamburg. Danach diente das Schiff von 1940 bis 1945 der Kriegsmarine als Wohnschiff.
Ab Mitte Februar 1945 wurde die "Monte Olivia" unter der Bezeichnung "Lz II" als Lazarettschiff eingesetzt. Bei einem Bombenangriff am 3.4.1945 wurde die "Monte Olivia" in Kiel durch Bombentreffer versenkt.

Abschliessend die technischen Daten des MS "Monte Olivia" nach dem Handbuch der Deutschen Handelsmarine JG 1928, laufende Nr. 129:
Unterscheidungssignal RFKS, Funk, 2 Schrauben, Heimathafen Hamburg, Fracht- und Personenschiff, 13.750 BRT, Länge 152,6m, Breite 20,1m, Tiefgang 11,6m, Erbauung 1924 in Hamburg, Brennstoff Rohöl, Reeder HSDG, Besatzung 280 Mann, Passagierkapazität 1.372 in der III. Klasse und 1.156 im Zwischendeck.



Quelle:
Die Berichte dieser Seite stammen von Wilhelm Brockmann von der Arbeitsgemeinschaft Schiffspost im Bund Deutscher Philatelisten e.V.
email:   Wilhelm.Brockmann@t-online.de


Interessenten wenden sich an den Leiter der Arge Schiffspost, Herrn Friedrich Steinmeyer, Grosse Fuhren 35, D-27308 Kirchlinteln.
email:   F.Steinmeyer@t-online.de  

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