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Seemotive :
Galionsfiguren !
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Eine an den Strand gespülte Galionsfigur
eines unbekannten Schiffes.
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Galionsfiguren hatten stets mehrere Funktionen: Einerseits waren sie Schmuck
und Zierde des Schiffes, andererseits verkörperten sie eine gewisse Symbolik.
Dabei verwoben sich Religion und Aberglaube. Einige Seeleute glaubten, ein Schiff
ist ein lebendiges Wesen und die Figur am Bug sei dessen Seele. Sie sollte das
Schiff gegen Sturm und Meeresgeister beschützen und ihm immer den richtigen
Kurs weisen. Dann gab es Figuren die nur den Zweck hatten einen Gegner zu erschrecken
und ihm Angst einzujagen. Und auf kleineren Schiffen wurde das Gewicht einer
Galionsfigur auch zum Trimm des Schiffes mitbenutzt. Diese Gewicht beeinflusste
das Schiff in seinen Segeleigenschaften, d.h. wie es sich bei 'am Wind' Kursen
verhält. Der Seemann spricht von 'luvgierig' wenn das Schiff dazu neigt sich in
den Wind zu drehen; im entgegengesetzten Fall von 'leegierig'.
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In der Frühzeit der Seefahrt schmückten viele göttliche
Symbole und heilige Tiere die Schiffe.
Die Schiffe der Königin Hadeschesput waren mit einer gebogenen Lotosblüte
versehen. Hunde- und Pferdeköpfe, Krokodile, Seepferde und auch nackte
Männer und Köpfe von Göttern finden wir auf römischen Schiffen.
Auf der rechten Marken sehen wir ein auf den Bug gemaltes Auge. Damit sollte
das Schiff stets seinen Weg durch alle Meere finden. Am Heck einen Gänsekopf
als Symbol des ewigen Schwimmens.
Auf der linken Marke haben wir ein Wikingerboot mit einem Drachenkopf. Diese
Köpfe sollten den Gegner in Angst und Schrecken versetzen. Aus diesem Grund
sollen einige Drachenköpfe abnehmbar gewesen
sein. In heimatlichen Gewässern durften sie nicht aufgesetzt werden.
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Im 14. Jahrhundert verschwanden die bauchigen Rundschiffe und es wurden schlankere
Galeonen gebaut. Auf den oberen Teil des Vorderstevens, dem Galion wurde ein
Bugspriet aufgesetzt um vorne mehr Segel fahren zu können. Unter diesem
Bugspriet war der ideale Platz für eine 'Galionsfigur'.
Zu der Zeit finden wir
Drachen, Einhörner und an der 'Golden Hind' von Francis Drake eine vergoldete
Hirschkuh. Die häufigste Figur im 17. und 18. Jahrhundert war der Löwe,
Sinnbild von Tapferkeit und Stärke.
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Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die Tierfiguren von Göttern und Helden ersetzt.
Hier sehen wir links die römische Siegesgöttin Victoria als sanfter Engel
(griechisch Nike) mit Lorbeer und Eichenkranz. Sie war auf dem Linienschiff 'Karl III'
angebracht. Rechts der Kriegsgott Ares in seiner
Rüstung, als Galionsfigur einer Brigg mit gleichen Namen.
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Die allgemeine Meinung, Galionsfiguren sind allemal weibliche, wohlgeformte Wesen
wird auch an unseren Briefmarken widerlegt. Der Anteil von Männer- und Frauenfiguren
ist ziemlich gleich.
Hier sehen wir einen Kriegshelden am Bug der Dampfkorvette 'Karteria'.
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Galionsfiguren wurden auch oft nach dem Schiffsnamen entworfen und geschnitzt.
Hier sehen wir Boreas, den Gott der nördlichen Winde auf der britischen Fregatte
HMS 'Boreas'.
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Ein weiteres Beispiel für Schiffsname und identischer Galionsfigur ist hier
die viktorianische Nymphe auf dem britischen Kreuzer 'Nymphe'.
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Die Schraubenkorvette 'Rinaldo' mit dem Räuberhauptmann Rinaldo Rinaldini
als Galionsfigur.
Dies britische Kriegsschiff bekämpfte die Piraten in der Malakkastrasse.
Rinaldo war ein 'edler' Räuber, der nie Gewalt gegen Frauen zuließ.
Das war wohl auch der Grund warum ein englisches Kriegsschiff einen
Räuberhauptmann am Steven hatte.
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| Im 18. und 19 Jahrhundert wurden vermehrt Frauengestalten
erstellt. Aus dieser Zeit kommt auch der Name 'hölzerne Engel'. Viele Damen waren
zwar vollbusig, aber immer bekleidet. |
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Die meisten Frauengestalten waren anonym. Doch einige Reeder gaben den Schiffen den
Namen ihrer Frau.
Ein Beispiel ist hier die Galionsfigur des Dampfschoners 'Gertrud Rask'.
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Die Legende der Cutty Sark:
Der schottische Bauer Tam O'Shanter ritt nach einem Zechgelage in einer stürmischen
Nacht nach Hause. Als ein Blitz über den Himmel zuckte erblickte Tam eine Schar
von Hexen die auf einem Kirchhof tanzten. Die meisten waren alt und häßlich, aber
eine war jung und wunderschön. Sie trug ein aufreizend kurzes Hemd, das man im
schottischen Dialekt 'Cutty Sark' nannte. Tam zügelte sein Pferd um die schöne,
tanzende Hexe zu betrachten. Vollkommen hingerissen rief er plötzlich:
'Bravo, Cutty Sark!'
Da erlosch der Blitz, Tam erschrak und ritt so schnell er konnte nach Hause. Aber die
Hexen verfolgten ihn. Schon kam die schöne Hexe dicht heran und ergriff den Schweif
von Tams Pferd. Tams Schicksal schien besiegelt. Doch das Pferd riss sich los, den Schweif
behielt die Hexe aber in ihrer Hand. Tam ritt über eine Brücke, die Hexen
konnten aber nicht den Fluss überqueren.
Die Galionsfigur 'Nannie' der 'Cutty Sark' hatte keinen Pferdeschweif in der Hand, aber
die Matrosen befestigten oft an der ausgestreckten Hand ein Tauwerkende. Auf dem Stempel
oben ist 'der Schweif - das Tau' angedeutet zu sehen.
Der berühmte Teeklipper 'Cutty Sark' lief 1869 vom Stapel. Heute liegt der Segler in
einem Dock im Londoner Stadteil Greenwich. An Bord befindet sich eine Ausstellung über
Galionsfiguren.
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Als sich die Dampfschiffe mit ihrem geraden Bug im 19. Jahrhundert breit machten war die
Zeit der Galionsfiguren eigentlich vorbei. Später, als sich wieder wölbenden Steven
durchsetzten hatten die Schiffe der Fred Olsen Line stählerne Figuren als reine Dekoration.
Heute haben nur noch die Segelschulschiffe Galionsfiguren. Die 'Gorch Fock' mit einem Albatros,
die 'Sagres' mit Heinrich dem Seefahrer, die 'Christian Radich' mit einer Frau mit blonden Haaren,
die 'Esmeralda' mit einem Kondor, die 'Amerigo Vespucci' mit dem gleichnamigen Herren, und,
und ...
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