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Seemotive:

Meeresungeheuer,
See-Monster!


Zur Ferienzeit wird hier eine heitere Seite aus der maritimen Briefmarkenwelt gezeigt. Es wird dabei nur auf Meeresungeheuer eingegangen. Meermänner und Seejungfrauen werden in einem kommenden Ferienprogramm behandelt.


Auf alten Seekarten findet man immer wieder eingezeichnete Meeresungeheuer. Dort, wo noch nichts erforscht war, wurden statt weißer Flecken schuppige Monster eingezeichnet. Sie dienten aber auch der Abschreckung. Seefahrer, die eine neue Route erkundet hatten, wollten mit schrecklichen Berichten andere von diesem Seeweg fernhalten. Die Portugiesen verbreiteten sogar das Gerücht, dass nur die von ihnen gebauten Karavellen den Ungeheuern trotzen könnten. Alle weiteren Schiffe würden von Seedrachen, Riesenfischen, Polypen etc. verfolgt und verschlungen. Diese drei Marken zeigen einen Ausschnitt aus einer Seekarte von Olaus Magnus 1539.



Viele Berichte ranken sich um Seeschlangen. Zum Beispiel beobachteten 1848 der Wachoffizier und der Kapitän der britischen Fregatte 'Daedalus' eine riesige Seeschlange. Sie hatte einen Schweinskopf, eine Pferdemähne und glitt durch das Wasser mit 12 bis 15 Knoten. Dieser Bericht ist angeblichbei bei der Admiralität vorhanden.


Der grönländische Missionar Paul Egede sah 1734 eine Seeschlange, die sich so hoch über dem Wasser erhob, dass der Kopf über den Mastkorb emporzuragen schien. Diese Riesenschlange hatte eine lange Schnauze, blies wie ein Wal, hatte Flossen und eine schuppige Haut.


Bis zum Ende des 19.Jahrhunderts gab es viele Berichte über Seeschlangen. Der Holländer Zoologe Oudemanns wertete 1892 mehrere hundert Berichte aus und kam zu der Ansicht, dass 187 Begegnungen mit Meeresungeheuern als erwiesen gelten müssten. Aus den Darstellungen will er ein robben- oder schlangenähnliches Säugetier mit langem Hals und Ruderschwanz erkannt haben.


Columbus hatte 1492 Schwierigkeiten, eine Besatzung für seine Entdeckungsreise zu bekommen. Die Seeleute glaubten an Seemannsgarn mit Schreckensgeschichten. So drohten Magnetberge, alle Nägel aus dem Schiff zu ziehen, so lauerten im 'Meer der Finsternis' (Atlantik) drohende Ungeheuer, um Schiff und Besatzung zu verschlingen. Erst nach einem gewissen behördlichen Druck und Versprechungen von 'Reichtümern' gelang es die Mannschaften zusammenzustellen.


Hier sehen wir das Seepferd von Petri Belloni aus seinem Werk 'De Aquatilibus' von 1580. Es wird dort 'Fabulosus Equus Neptuni' genannt, das phantastische Pferd Neptuns. Neptun war nicht nur der römische Gott des Meeres, sondern auch der Rennbahnen. Heilige Tiere waren Delphine, Stiere und Pferde. Dieses Pferd ist ein Mischwesen aus Fisch (Schwanz und Flossen unter den Hufen) und Pferd (Oberkörper und Kopf). Der griechische Meeresgott Poseidon zeugte mit der Medusa das Flügelpferd Pegasus. Und Pegasos bedeutet 'Quellross'. So schliesst sich der Kreis zwischen griechischer und römischer Mythologie.


Bei den nordischen Sagen ringelt sich die Midgardschlange im Wasser rund um die bewohnbare Welt. Auf der linken Marke ist eine Szene aus der Götterdämmerung dargestellt. Loki, am Steuer des Schiffes 'Nagelfar', greift die Asen an, im Hintergrund die Midgardschlange, die ihm hilft. Sie wird allerdings von Thor (Donar), dem Hammerschwinger erschlagen, rechte Marke.


Waskos sind mysteriöse Seewölfe, die Jagd auf Wale machen. Einst rettete ein Haida Indianer zwei kleine Waskos vor dem verhungern. Aus Dankbarkeit sollen die Waskos dem Jäger viele Wale gebracht haben. Mit dieser Nahrung konnte sein Stamm versorgt werden. Am Ende der Legende verwandelten sich die beiden Waskos in zwei große Felsen vor der Küste.
Waskos


Der Schriftsteller Jules Verne war der Begründer des utopisch-technischen Abenteuerromans. Er schrieb '20.000 Meilen unter dem Meer', in dem das U-Boot 'Nautilus' von Kapitän Nemo von einem Riesenkraken angegriffen wird, Marke rechts. Er schrieb auch 'Reise zum Mittelpunkt der Erde', in dem eine Forschergruppe auf einem unterirdischen Ozean auf einem Floss unterwegs ist und mit Seemonstern konfrontiert wird, Marke links.


Links sehen wir ein Gemälde des japanischen Malers Katsushika Hokusai (1760 - 1849). Es hat den Namen 'Whaling Off Goto'. Der lauernde Riesenwal ähnelt von weitem einer Insel. Dies erinnert an die Legende des schottischen Abtes Brandan. Er war 545 nach Westen gesegelt um das Paradies zu finden. Als sie auf einer Insel Halt machten, um eine Messe zu lesen entzündeten sie auch ein Feuer. Da bewegte sich die Insel plötzlich, sie entpuppte sich als Riesenwal. Nur mit Mühe konnten sich die Mönche retten. Siehe dazu die oberen Jersey-Marken.


Eine weitere Indianer-Legende berichtet von einem Killerwal, der unbedingt auf einem Totempfahl abgebildet sein wollte. Er griff sich einen indianischen Fischer und zog ihn in sein Unterwasserquartier. Dort musste der Fischer lernen, wie man die Killerwale mit ihrer Rückenflosse malt. Danach brachte er ihn wieder an die Oberfläche. Seit der Zeit sind Gesichter von Killerwalen mit einer großen Flosse auf Totempfählen und Häuserfronten zu sehen.


Viele Mythen haben ihren Ursprung im Sargasso Meer. Es liegt in etwa nordöstlich der Karibik, siehe linke Marke, der grünliche Bereich um die rote Columbusroute. Hier treibt das Sargasso Kraut. Manchmal ist es so dicht, dass man früher glaubte, dass Schiffe für immer darin stecken blieben. Rechts sehen wir noch eine Karte von den Seychellen, auf denen rechts ein Monster zwei Fontänen analog einem Wal ausbläst. Ganz oben ist ein fliegender Fisch dargestellt.


Wenn man sich Karten-Marken ganz genau ansieht, kann man auf ihnen immer wieder Schiffe und auch Monster erkennen. Auf dem linken schwedischen Markenausschnitt sehen wir einige stachlige Ungeheuer, eine Seeschlange, eine Nixe (?) und einen Hummer. Es handelt sich ebenfalls um eine Olaus Magnus Karte von 1572. Auf der rechten isländischen Marke hat Olaus Magnus 1539 einen rochenähnlichen Fisch gemalt, der mit vier weiteren Fischen nach einem Menschen greift.


Das Seeungeheuer heutiger Zeit hat den Namen 'Nessi' und lebt im schottischen Loch Ness. Eine Fotografie von Nessi wurde als Schwindel entlarvt, dennoch behaupten einige Personen, dass sie Nessi gesehen haben. Es hat eine Untersuchung des Sees mit Sonargeräten gegeben, aber Nessi wurde nicht entdeckt. Bei der 'Official Loch Ness Monster Exhibition' wird Nessi einem Dinosaurier ähnlich dargestellt, siehe linke Marke.


Zum Schluss zwei Tatsachen: Die Wikinger verzierten den Bug ihrer Schiffe oft mit einem Drachenkopf, linke Marke. Diese 'Zierde' diente in erster Linie dazu, den Gegner zu erschrecken und ihn in Furcht zu versetzen. Wenn so ein Kopf aus dem Nebel auftauchte, sollte der Feind ein Seeungeheuer vermuten. Diese Drachenköpfe waren meist abnehmbar. Wenn das Boot nach Hause kam sollten die Landgeister nicht erschreckt werden.

Auf der Jagd nach dem Wal wird ein Fangboot samt den Seeleuten von der Walfluke in die Luft gewirbelt, rechte Marke. Dies soll zeigen, das es im Meer doch noch riesige Lebewesen gibt und dem Menschen gefährlich werden können.


Hinweis: Wer Moby Dick vermisst, der wird ihn auf der Seite "Moby Dick, Mythos und Wahrheit" finden.

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