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Seemotive :           Navigation !
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Eine Kompassrose mit der alten 32er Stricheinteilung.
1 Strich entspricht 11.25 Grad.
Heute ist die Kompassrose in 360 Grad eingeteilt.
Im Hintergrund eine Seekarte der schwedischen Küste.
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In der Frühzeit der Seefahrt fuhren die Seeleute unter der Küste nach bekannten
Landmarken. Nachts orientierten sie sich an den Sternen. Der Nordstern
war ihnen gut bekannt. Nach ihm wurden nicht nur der Kurs, sondern auch nachts die Zeit mit einem
Nocturnum ermittelt. Auf dieser Marke wird gezeigt, wie der Nordstern über das Sternbild
des 'Grossen Bären' gefunden wird. Im fast wolkenlosen Mittelmeer fuhren die Phoenizier
nach der Sonne. Der Osten war für sie Sonnenaufgang, 'asu', daher auch der Name Asien.
Der Westen war Sonnenuntergang, 'ereb', daher Europa. Ferner konnten die 'Alten' den Kurs nach den
jahreszeitlichen regelmässigen Winden (Nordost-Passat, Monsume), nach
Meeresströmungen, nach Wassertiefen, nach Wolkenansammlungen und nach Zugvögel
bestimmen.
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Die Wikinger orientierten sich nach Nordstern und Sonne, nach Windrichtung,
Strömungen, Wassertiefen, Wasserfärbung, Temperaturen, Nebelgebiete
und Flugbahnen der Vögel. Sie benutzten 3 hervorragende Instrumente:
Sonnenpeilscheibe, Sonnenschattenbrett und Sonnenstein.
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Mit der Peilscheibe wurde
jede Richtung zum Aufgang (Osten) oder Untergang (Westen) der Sonne bestimmt und
mit einem Zeiger festgehalten. Das Sonnenschattenbrett war eine Scheibe mit einem Stift
in der Mitte und konzentrischen Kreisen drumherum. Der Stift war einstellbar und warf
einen Schatten. Anhand der Schattenlänge konnte man die Breite feststellen und
auf ihr entlangsegeln. Auf der Marke sehen wir
Leif Eriksson, der Amerika im Jahre 1001 erreichte mit dem Schattenbrett.
Der Sonnenstein war ein Cordierit, ein Silikat. Wenn dieser Cordierit im rechten Winkel
zur einfallenden Sonne gehalten wird verfärbt sich der gelbe Kristall sofort
dunkelblau. Das funktionierte auch bei dichtem Nebel oder bedecktem Himmel. Der Wikinger
brauchte nur so lange an seinem Stein zu drehen bis er blau wurde und schon wußte
er wo die Sonne stand.
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Rabe Floki verdankt seinen Namen der Tatsache, daß er 3 Raben auf sein Schiff
mitnahm als er das nur vage beschriebene Island suchte. Als er einen Tag nach Verlassen
der Faröer den ersten Raben los lies, flog dieser in Richtung der Faröer davon. Als er am
zweiten Tag den 2. Raben fliegen liess, stieg dieser nur auf und kam zum Schiff
zurück. Als er am 3. Tag den Raben fliegen liess, flog er gegen Nordwesten davon
und Floki folgte dieser Richtung und kam nach Island.
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Das wichtigste Navigations-Instrument, der Kompass wurde von den Chinesen im 11. Jahrhundert
'entwickelt bzw. erforscht und erfunden'. Über arabische Kauffahrer kam er nach Europa.
Es war ein Magnetkompass, d.h. er zeigte immer in die Richtung zum magnetischen Nordpol.
Auf dieser Marke sehen wir angeblich den ersten Kompass der Welt, einen
chinesischen 'Löffelkompass'.
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Diese Marke zeigt uns eine Navigationsausrüstung um 1500. Einen Kompass zum Kurshalten,
einen Jakobsstab zur astronomischen Winkelmessung für die Ermittlung des Breitengrades,
einen Zirkel zum Arbeiten in der Seekarte, ein Nocturnum zur Zeitbestimmung über den
Nordstern und ein Stundenglass. Dies Stundenglass war damals die einzige Uhr an Bord. Es diente
zum Wachwechsel. Für die Navigation war es unbrauchbar, weil das Umdrehen mal vergessen
wurde oder der Sand war feucht und 'klumpte'.
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Jahrhundertelang wurde auf den Ozeanen die Ortsbestimmung mit Hilfe der Gestirne vorgenommen.
Man mass den Winkel zwischen dem Horizont des Beobachters und einem Gestirn, meistens der Sonne.
Für die Winkelmessung wurde der oben schon gezeigte Jakobsstab benutzt, das Astrolabium, der
Quadrant, der Oktant, und der Sextant. Weil man bei den alten Winkelinstrumenten direkt die
Sonne anpeilte, bestand die Gefahr des Erblindens. So erfand John Davis den hier zu sehenden
'backstaff', ein Mittelding aus Jakobsstab und Oktant.
Quadrant, Oktant und Sextant sehen sie auf den folgenden Marken weiter
unten.
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John Davis forschte und suchte um 1585 - 1587 auf 3 Reisen die Nordwestpassage, nach
ihm wurde die Davis-Strasse zwischen Grönland und Kanada benannt.
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Kapitän James Cook, der berühmte Entdecker, Forscher und Kartograph. Hier zu sehen mit
dem Oktanten, einem Logglass und der Handlogge. Die Logge diente zur Bestimmung der
Schiffsgeschwindigkeit. Links von Cooks Hand ist das Logscheit zu sehen, dass ins Wasser
geworfen wird. Das Logglas ist eine 14 Sekunden laufende Sanduhr. In der Logleine ist cirka
alle 7 Meter ein Knoten eingeflochten. Die Anzahl der auslaufenden Knoten in dieser 14 Sekunden
Zeit ist die Schiffsgeschwindigkeit. Daher kommt auch der Begriff 'Knoten' für Seemeilen
pro Stunde. Und auch der Begriff 'Logbuch' bezieht sich auf die Logge.
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Das wichtigste Dokument an Bord eines jeden Schiffes ist das Logbuch. In ihm wird jeder Tag,
auf See oder im Hafen mit mehreren Eintragungen festgehalten. Pro Wache die
Position, Kurs, Geschwindigkeit, Wind, Seegang, Sicht, Temperaturen von Luft und Wasser,
die Schiffsbewegungen (Rollen, Stampfen, ruhig) und jedes aussergewöhnliche Ereignis.
Auf dieser Marke sehen wir das Logbuch von Abel Tasman. Er entdeckte die nach ihm
benannte Insel Tasmanien, Neu Seeland, die Tonga und die Fidschi-Inseln.
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'Koppeln' ist ein Vorwärtsrechnen der Schiffsposition mit dem bekannten Kurs und der
gemessenen oder vermuteten Geschwindigkeit. So kommt man zu einer Postion, von der man annimmt,
man sei hier. Wenn ein Segelschiff nun am Wind kreuzen musste, es seinen Kurs also oft
änderte, musste man beim Koppeln auch jeden Kreuzschlag berücksichtigen. Dafür
diente die hier zu sehende Tafel, für jeden Kreuzkurs wurde ein Tampen zwischen den
unteren Pflöcken gezogen.
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Hier sehen wir den Kopf des Columbus mit einem Quadranten, dem Stundenglas und einer Kompassrose.
Im Hintergrund der Atlantische Ozeans mit seinen vorherrschenden Windrichtungen und dem Kurs
der ersten Reise des Columbus. Auf der Ausreise fuhr Columbus weiter südlich, um vom
Nordostpassat 'geschoben' zu werden. Auf der Heimreise fuhr er weiter nördlich, um in den
Bereich der Westwinde zu kommen. Windrichtungen und Seeströmungen, Gezeiten und Seegang
sind in Handbüchern und Atlanten weltweit dokumentiert und gehören zu jeder nautischen
Ausrüstung.
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Wichtige Navigationshilfen waren die Stabkarten der Marshall-Insulaner. Sie waren aus
Palmblattrippen oder Kokosfasern geflochten, die an ganz bestimmten Stellen verbunden sind.
Eingeflochtene Schneckenhäuser markieren Inseln. Speziell
gebogene Stäbe markieren Dünung und Richtung des Seeganges. Lange durchlaufende
Linien sagen etwas über die Entfernung. Es existieren viele Marken, besonders von den
Marshall-Inseln, auf denen diese Stabkarten zu sehen sind.
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Vor seinen 4 Reisen in die Neue Welt hatte Columbus in Lissabon das Kartenzeichnen gelernt.
Auf dieser Marke sehen wir ihn beim Studium einer Karte. Der grosse Durchbruch bei den Seekarten
wurde von dem Deutschen Kartographen Mercator erreicht. Er stellt 1569 seine erste Seekarte vor,
eine Karte auf der die Längengrade parallel gegen Norden verliefen. Da dies ja auf der Erde
nicht stimmt und die Karte 'verzerrt' war musste er gegen Norden die Breitengrade auch weiter
auseinander dehnen. Der Vorteil dieser Karten: Kurse und Peilungen konnte man als Gerade
eintragen. Diese Seekartengestaltung hat heute noch Gültigkeit.
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Wenn man die Schiffsposition aus Beobachtungen von Gestirnen ermittelt sprechen wir von
astronomische Navigation. Wenn man z. B. um die Mittagszeit den höchsten Punkt der Sonne
mit einem Sextanten misst, weiss man das sie gerade in diesem Moment in Nord-Süd-Richtung
steht. Mit einer relativ einfachen Rechnung kann man den Breitengrad ermitteln.
Dies konnten die alten Seefahrer schon im Mittelalter.
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Die Ermittlung der geografischen Länge ist wesentlich schwieriger.
Die Erde dreht sich und die Gestirne rotieren auch. Aber das ist alles berechenbar.
Es muss nur einen festen Bezugspunkt geben und dies ist der Null-Meridian bei Greenwich.
Und dann stoppt man die exakte Greenwichzeit an der man z.B. die Sonnenhöhe
am Vormittag misst. Mit Hilfe von nautischen Tafeln kann dann eine genaue Standlinie errechnet
werden. Der Engländer John Harrison baute 1735 den ersten genau funktionierenden
Chronometer. Auf dieser Marke sehen wir den 'Bounty' Kapitän William Bligh mit seinem
Chronometer.
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Hinter dem magnetischen Schwimmkompass sehen wir eine Peilscheibe und die Peilvorrichtung. Im
Hintergrund die Antennen für das Radargerät und den Funkpeiler. Mit der Peilscheibe
bestimmt man die Richtung zu sichtbaren Landmarken, mit dem Funkpeiler kann man die Richtung
zun Funkfeuern ermitteln. Man peilt eine bekannte See- oder Landmarke an, liest die Richtung an der Scheibe
ab, rechnet die Richtung in einen geografischen Winkel um und hat so eine Standlinie für
die Seekarte.
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RADAR ist die Abkürzung für Radio Detecting and Ranging. Von der Antenne wird
ein Funkstrahl gesendet, der von Gegenständen reflektiert wird und von der Antenne
wieder aufgefangen wird. Auf dem Radarschirm kann man also andere Schiffe, Inseln,
und Küstenlinien sehen, in welcher Richtung und welchen Abstand sie sich befinden.
Dies ist eine ganze wichtige Hilfe bei Nebel und schlechter Sicht, ausserdem erleichtert es
die Küstennavigation. Das Radar ist im 2. Weltkrieg entwickelt worden.
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In der Berufsschiffahrt sind die Zeiten des Magnetkompasses endgütig vorbei, der
Kreiselkompass hat ihn abgelöst.
Hier sehen wir den ersten funktionsfähigen Ein-Kreiselkompass aus dem Jahre 1908 von
Hermann Anschütz-Kaempfe. Ein Kreiselgesetz sagt: Wenn eine Kraft auf die Achse eines
rotierenden Kreisels einwirkt weicht sie um 90 Grad aus. Die Kraft ist die Rotation der Erde in
West-Ost-Richtung, die Achse zeigt dann fast genau auf geografisch Nord.
Man hat heute im Schiff einen Mutterkompass, der mit 2 Kreiseln arbeitet. Er ist mit beliebig
vielen Tochterkompassen auf der Brücke verbunden, die reine Anzeigefunktion haben.
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Hier sehen wir symbolisch die Wellen eines Echolotes mit der man die Wassertiefe misst.
Ähnlich wie beim Radar wird ein Funkstrahl ausgesandt der am Meeresboden reflektiert und wieder
empfangen wird. Aus der Laufzeit wird dann die Tiefe errechnet.
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Heute wird die Schiffsposition mit Satellitennavigation ermittelt. Aus den Funkwellen einiger
Satelliten wird die Position errechnet und in Länge und Breite angezeigt. Dies System
nennt man GPS - Global Positioning System. Es ist ein Wehrmachtsprodukt, wird aber
weltweit auf allen Schiffen, kleinen Yachten und auch in Autos genutzt.
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Man kann heute schon Seekarten für seinen PC kaufen und ihn auf sein Boot mitnehmen.
Für die Berufsschiffahrt existiert bereits die elektronische Seekarte. Wie hier auf der
Marke sieht man sein Schiff auf einem Bildschirm wie es durch das Fahrwasser voran kommt.
Navigation ist heute zu einem reinen Instrumentenablesen degeneriert.
Nur eines darf nicht passieren: Der Strom darf nicht ausfallen!
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Die hier gezeigten Marken und Belege zeigen nur einen kleinen Bereich.
Man kann wirklich eine umfangreiche Sammlung aufbauen, nimmt man noch den Bereich
Hydrografische Dienste, Wetternavigation, geografische Karten und, und, und.. dazu.
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